Zwei Gedenkorte an den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg im Saarland bestehen seit 1947: die Gedenkstätte Neue Bremm in Saarbrücken und das „Denkmal für die Opfer des Faschismus“ in Völklingen. Beide wurden seinerzeit im Abstand von sechs Wochen eingeweiht. Während die Gedenkstätte in den vergangenen Jahrzehnten massiv verändert wurde, überstand das im Völklinger Schillerpark aufgestellte Denkmal gefertigt aus schwarzem Granit, bis heute unverändert die Zeit. Doch anders, als auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Bremm, die weiterhin zu verschiedenen Anlässen zum Gedenken aufgesucht wird, geriet der ursprüngliche Anlass für die Einweihung des Denkmals in Völklingen in Vergessenheit und ebenso der damit verbundene „Gedenktag für die Opfer des Faschismus“. Das Denkmal bezeugt die kurze Episode des Nachkriegsantifaschismus an der Saar wie auch im damals noch davon getrennten Deutschland.
Die Not unter denjenigen war groß, die 1945 aus KZ-Haft, Gefängnis oder Exil nach Saarbrücken zurückgekehrt waren. Im Vorfeld der Abstimmung am 13. Januar 1935 hatten sie für den Status quo im Saargebiet gekämpft und waren schließlich nach Bekanntgabe des Ergebnisses vor politischer Verfolgung durch den Nationalsozialismus nach Frankreich geflohen. Im Sommer 1945 entstand in Saarbrücken für diese Menschen eine Betreuungsstelle, verbunden mit der Gründung einer „Vereinigung für die Opfer des Faschismus“.[2] Die Besatzungsmächte hatten Entsprechendes in ihren Zonen sowie in Berlin[3] verfügt, so auch die französische Besatzungsmacht. Sie ordnete am 8. September 1945[4] an, Betreuungsstellen für die Opfer des Faschismus einzurichten. Dazu zählten die aufgrund nationalsozialistischer Verfolgung Inhaftierten und deren Angehörige. Der Hauptausschuss der Stadt Saarbrücken richtete am 18.11.1946 einen Wiedergutmachungsausschuss ein.[5]
Diese Ansprüche auf finanzielle und materielle Entschädigung gründeten auf die in der NS-Zeit erlittenen Schäden durch Verfolgung, Exil und Haft. Es ging den Betroffenen darum, auf die Ursachen hinzuweisen, und dabei NS-Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft in der Forderung „Nie wieder Faschismus“ zu fassen. Dazu sahen sich gerade die ehemaligen Widerstandskämpfer gegenüber einer Gesellschaft in der Pflicht, die zuvor als „Volksgemeinschaft“ das NS-Regime getragen hatte. Das galt noch im Saarland, als bereits in der Bundesrepublik die Abgrenzung von den Vertreter:innen der Opfer des Faschismus bzw. der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) erfolgt war. Davon zeigt sich die erste Ausgabe des Mitteilungsblattes vom 1. Juli 1949 unbeeindruckt: „Gerade wir, die ehemals politisch Verfolgten, müssen auf diesem Gebiet (dem Kampf gegen den Faschismus, S.G.) unsere Verbindungen aufnehmen, die wir in den internationalen Komitees, in den Lagern usw., anknüpften. Uns trennen keine Parteigrenzen, keine Konfessionen, keine Rassen, und in der Erziehung des menschlichen Geistes trennen uns keine Landesgrenzen. Wenn bestimmte Kreise wieder vom Krieg und Kriegsgefahren sprechen, wollen wir als ehemalig politisch Verfolgte die Sprache des Friedens und der Völkerverständigung predigen. Der rote Winkel, das Zeichen der ehemalig Verfolgten, muss zum Symbol des Friedens und der Völkerverständigung werden.“[6]
Die Vertreter:innen des politischen Widerstands im NS-Regime traten dabei nicht nur für die Entschädigung der Opfer des Faschismus ein. Sie wollten zugleich ein öffentliches und damit sichtbares Zeichen setzen, damit sich die Nachkriegsgesellschaft zu ihrer Verantwortung gegenüber den Opfern des Faschismus bekannte. Die dafür gewählten Formen waren die Gedenkfeier und erste Mahnmale. Das galt in Berlin[7] wie auch im Saarland. Eine erste, nachgewiesene Gedenkfeier für die Opfer des Faschismus, genauer für die im KZ Buchenwald inhaftierten Saarländer, fand im April 1947 wohl um den oder am Jahrestag der Befreiung des Lagers Buchenwald am 19. April 1945 in der Gaststätte „Zum Römerbrünnchen“, damals Nauwieser Straße, heute Martin-Luther-Straße 13 statt.[8]

In der Gaststätte „Zum Römerbrünnchen“ fand am 19. April 1947 eine Gedenkstunde der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald aus dem Saarland statt. Es war die erste Gedenkfeier im Saarland nach dem Ende des Nationalsozialismus. Foto: LpB Saarland
In der Stadt Saarbrücken lebten rund 350 Betroffene und damit die meisten der im November 1945 von der Vereinigung für die Opfer des Faschismus rund 1.500 registrierten Mitglieder.[9] Ein Teil dieses Personenkreises fand sich in dieser Gaststätte zu einer „Buchenwaldfeier“ ein. Darüber berichtete die „Volksstimme“ in ihrer Ausgabe vom 27. April 1947. In seiner Gedenkrede sprach Peter Brach von 100 Saarländern, die als Häftlinge 1937 am Aufbau des Lagers beteiligt gewesen waren. Ehemalige Inhaftierte des Konzentrationslagers Buchenwald nahmen auch an den Gedenkfeiern für die Opfer des Faschismus in den Folgejahren teil.[10] Bei dieser ersten Veranstaltung im Jahr 1947 sprach Richard Kirn als Vertreter der Verwaltungskommission. Dort hatte er das Amt eines Direktor für Arbeit inne. Der bald darauf im Kabinett Hoffmann als Minister für Arbeit und Wohlfahrt amtierende Kirn war als Sozialdemokrat und Häftling im Gefängnis Brandenburg-Görden selbst betroffen. Bei der ersten Gedenkfeier war zugleich von der Versammlung der Anspruch auf Entschädigung erhoben worden. Richard Kirn hatte über die dazu verabschiedete Rechtsordnung informiert. Keine Versammlung, keine Gedenkstunde kam in diesen Jahren ohne die Forderung nach Entschädigung bzw. ohne ein Referat über die aktuellen Entwicklungen in dieser Frage aus, wie aus der Berichterstattung der „Saarbrücker Zeitung“, der „Volksstimme“ oder den Mitteilungsblättern der VVN hervorging.[11]
Zum Zeitpunkt der ersten Buchenwaldfeier hatte sich die Vereinigung der Opfer des Faschismus gerade aufgelöst.[12] Deren Akteure wurden in die Kommunal- oder Kreisverwaltung übernommen, wo sie sich um die Anträge auf Wiedergutmachung kümmerten. Zu diesem Personenkreis gehörte auch Hermann Ratering. Er war als Kommunist für den Erhalt des Status quo an der Saar eingetreten und hatte damit Widerstand gegen Hitler-Deutschland geleistet. Nach der Saar-Abstimmung vom 13. Januar 1935 musste auch er nach Frankreich fliehen. Er schloss sich von dort aus den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg an. Nach dem Sieg der Franco-Truppen floh er abermals nach Frankreich, war im Lager Gurs interniert, wurde von der Gestapo in Frankreich verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach der Befreiung des Lagers kehrte er nach Saarbrücken zurück. Er wurde Vorsitzender der Vereinigung „Opfer des Faschismus“ und nach deren Auflösung Sachbearbeiter im Wohlfahrtsamt der Stadt Saarbrücken. Dort war er für die Wiedergutmachung zuständig. Die Gründungsversammlung der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes Saar wählte ihn am 11. April 1948 zum Vorsitzenden. Ein Beitrag in der Saarbrücker Zeitung, Nr. 109 vom 18.09.1948, der über den ersten Delegiertentag der VVN berichtet, erwähnt, dass Hermann Ratering zugleich der Vorsitzende der VVN-Ortsgruppe Völklingen war. Der Bürgermeister der Stadt Völklingen, Anton Tinnes, war Zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe.
Die Einweihung des Denkmals für die Opfer des Faschismus in Völklingen
Zwischen der Auflösung der Vereinigung der Opfer des Faschismus und der Neugründung der VVN Saar lag die Einweihung des Denkmals für die Opfer des Faschismus am 27. September 1947 in Völklingen. Das Denkmal hatte die Stadt Völklingen in Auftrag gegeben, um damit „sämtlichen Opfern des Faschismus ein Denkmal zu erstellen, welches als Mahnmal und lebendiger Ausdruck unserer Trauer, Opferbereitschaft und Liebe gelten soll.“[13] Dabei hielten beide, Tinnes als Bürgermeister der Stadt Völklingen und Ratering aus Saarbrücken, – entgegen der Behauptung der Auflösung der Vereinigung der Opfer des Faschismus – dort als „Vertreter der Opfer des Faschismus“ Ansprachen.[14] Pathos und ein Pragmatismus griffen dabei beherzt ineinander, denn am Tag der Einweihung des Denkmals fand zugleich das erste Wertungssingen saarländischer Chöre nach Kriegsende statt: „Mit der Errichtung und Weihe dieses Mahnmals ist für den gleichen Tag ein Wertungssingen (Hervorhebung im Original, S.G.) organisiert, um auch unsererseits einen Beitrag zum kulturellen Aufbau zu leisten. Die zum Wertungssingen anwesenden hiesigen und auswärtigen Gesangsvereine werden die Weihestunde am neuen Denkmal gebührend umrahmen und so den Feierlichkeiten ein würdiges Gepräge geben.“[15] Am Tag der Einweihung waren 23 Chöre aus dem Saarland nach Völklingen gekommen, um sich bei Auftritten in der Sporthalle in der Gatterstraße sowie in den Saarland-Lichtspielen in der Rathausstraße zu messen. Damit waren 1.800 Menschen in der Stadt unterwegs.

Bericht über die Einweihung des Denkmals für die Opfer des Faschismus in der Saarbrücker Zeitung. Repro: LpB Saarland
Am Nachmittag um 15.20 Uhr fanden sich die Chöre am Marktplatz zusammen, um, begleitet von der Röchling’schen Hüttenkapelle, von dort in den Schillerpark zu ziehen. 1.200 Sänger des Massenchores der Männer stimmten dann um 16 Uhr „Brüder, reicht die Hand zum Bunde“ an und eröffneten damit die „Weihestunde“, so der Einladungstext. Nach den die Einweihung begleitenden Ansprachen endete die Feier mit einem von 800 Sängerinnen und Sängern des Gemischten Chores vorgetragenen „Die Himmel rühmen“.

Das Denkmal für die Opfer des Faschismus wurde am 28. September 1947 am Schillerpark Völklingen eingeweiht und ist seitdem unverändert. Foto: LpB Saarland
Das Denkmal war laut Ankündigung in der Presse das erste im Gedenken an die NS-Zeit im Saarland und, so die Zeitung der Kommunistischen Partei Saarland, „Neue Zeit“, das erste seiner Art „links des Rheins“.[16] Skepsis ist gegenüber derart vollmundigen Behauptungen angebracht. Jedoch ergab eine entsprechende Überprüfung anhand des Standardwerkes „Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus“[17], dass diese Behauptung zutrifft. Es gab zwar bereits Mahn- und Denkmale für die Opfer des Faschismus vor September 1947, jedoch wurden diese rechts des Rheins im heutigen Nordrhein-Westfalen aufgestellt. Die „Volkstimme“ und die „Saarbrücker Zeitung“ hatten in ihren Ausgaben vom 27. September 1947 auf die Denkmalsweihe hingewiesen.[18] Das Denkmal hatte der Völklinger Bildhauer und Steinmetz Oskar Biegel geschaffen. Sein Betrieb lag und liegt passenderweise direkt gegenüber der Parkanlage in Sichtweite auf der anderen Straßenseite. Das Denkmal bestand aus drei schwarzen Granitblöcken, die am Rand einer Wiese aufgestellt worden waren. Auf dem mittleren Stein war ein Relief mit dem Motiv einer Flamme aus Bronze angebracht.
Während der Plan der Mittelbeschaffung durch Spenden für die Gedenkstätte Neue Bremm aufgegeben und durch die Finanzierung der Verwaltungskommission ersetzt wurde[19], war für das Völklinger Denkmal unter dem Stichwort „Mahnmal Nr. 21400“ ein Spendenkonto eingerichtet worden. Zudem wurden die Teilnehmer:innen am Veranstaltungstag zum Spenden aufgerufen.[20] Dabei kamen 5.173,15 Reichsmark zusammen. 12.824 Mark kamen aus der (Betriebsreisekasse???)[21] Die Gesamtkosten betrugen 21.898,20 Reichsmark. Der Zuschuss der Stadt betrug 3892,05 RM. Ein Vermerk vom 25.10.1947 mahnte auf zügige Abwicklung der Rechnungen noch vor Währungsumstellung, das heißt vor der Einführung des Franc im Saarland an. Die von der Saarländischen Steingutindustrie, Oswald Biegel, Kühlweinstraße 44, Völklingen am 11. November 1947 ausgestellte Rechnung belief sich jedoch auf 11.550 Reichsmark.[22] Am 20.11.1947 war der Vorgang erledigt und die Rechnung beglichen.[23]
Auch hier fiel die Planung wie schon bei der Gedenkstätte Neue Bremm größer aus als ursprünglich vorgesehen. Das Protokoll der Stadtratssitzung vom 26. März 1947 führte unter Tagesordnungspunkt 3 eine „Ehrentafel für die toten Antifaschisten“ an, die im Rathaussaal anzubringen sei. Dies wurde einstimmig beschlossen und zur weiteren Vorbereitung an den Hauptausschuss des Stadtrats verwiesen.[24] Daraufhin muss sich die Planung erweitert haben, da das Protokoll der Ratssitzung vom 29. August 1947 unter TOP 1 einen „Denkmalplatz für die Opfer des Faschismus“ ausweist. Als Standort wurde nun der Schillerpark, ehemals „Klein’sche Anlage“ angegeben. Der Rat nahm wiederum diesen Vorschlag an. Auch der Vorschlag, dass die Einweihung mit einem Wertungssingen saarländischer Chöre kombiniert werden solle, ging einstimmig durch den Stadtrat. Der Vorschlag, am Denkmal eine „namentliche Gedenktafel“ zu errichten, wurde durch den Einwand von Bürgermeister Tinnes aus Zeitgründen abgelehnt, da die Ermittlung der Namen bis zu dem Einweihungstermin nicht zu leisten sei. Es wurde auch danach keine Namenstafel angebracht.[25] Auch sollte zudem eine Brücke an die Opfer des Faschismus erinnern, wie aus einer Aufstellung von Namen hervorgeht. Dazu war eine „Kommission für die Einweihung der Brücke und des Denkmals für die toten Antifaschisten“ einberufen worden. Diese Erweiterung des Gedenkortes kam offenbar nicht zustande.[26] Jedoch verpflichtete sich die Stadt Völklingen im Zusammenhang mit der Denkmalsweihe, eine Patenschaft für die Waisen der toten Antifaschisten – genannt wird die Zahl von 12 bis 14 Kindern – zu übernehmen und ihnen bis zur Volljährigkeit oder Verheiratung Ausbildungsstellen bei der Stadt anzubieten und über das städtische Wirtschaftsamt mit Bekleidung zu helfen.[27]
Der Gedenktag für die Opfer des Faschismus
Damit wurde auch im Saarland ein Gedenktag begangen, den es bereits seit 1945 in Berlin und ab 1947 in allen Besatzungszonen gab. Er fand einheitlich am zweiten Sonntag im September statt. Diese Entscheidung ging auf den Beschluss der im März 1947 abgehaltenen Interzonalen Konferenz der VVN zurück, die sich bereits in den Besatzungszonen Deutschlands gegründet hatte.[28] Ungeachtet, dass der erste Gedenktag im Saarland am vierten anstatt am zweiten Sonntag im September 1947 stattfand, entsprach dessen Ablauf sowie der Gedenktage der Folgejahre dem der Veranstaltungen in Berlin und anderen Städten in den Besatzungszonen: Die Rednerliste war mit Spitzenvertretern der Land- und Stadtverwaltung sowie einem Vertreter der Opfer des Faschismus besetzt. Es fanden ein Demonstrationszug und eine Kundgebung auf zentralen Plätzen einer Stadt mit Musik statt, bei der Chöre und Kapellen Werke der klassischen Literatur aufführten. Es wurden Kampflieder gesungen. Das russische Revolutionslied „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ gehörte bei Veranstaltungen dieser Art in diesen Jahren dazu.[29] Zum Rahmenprogramm gehörten Theateraufführungen oder Ausstellungen. Dazu passt das in Völklingen am Tag der Einweihung veranstaltete Wertungssingen. In den Jahren darauf, als die Gedenkstunde am Tag der Opfer des Faschismus im Saarbrücker Stadttheater oder wegen der Renovierung des Theaters 1950 im Saarbrücker Johannishof begangen wurde, waren an der Ausgestaltung der Feierstunde Mitglieder des Ensembles des Stadttheaters beteiligt. Auch im Motiv der Flamme, das als Relief auf das Denkmal in Altarform aufgesetzt war, entsprach das Völklinger Denkmal dem an diesem Gedenktag erfolgten Totengedenken, das seinen Ausdruck in einer „Gedenkästhetik“ in Gestalt von Gedenksteinen mit „sakralen Symbolen“[30] fand. Die Forderung nach einem „Nie wieder“ verstand sich als Verpflichtung zum Aufbau einer neuen politischen Kultur, für die Aufklärung und Erinnerung bzw. Mahnung grundlegend waren. Dieser Anspruch fand seinen Ausdruck in der Formulierung „Den Toten zur Ehre – den Lebenden zur Pflicht“, die sich auf Plakaten, Einladungen und Zeitungsartikeln in Berlin wie auch in Saarbrücken fand.[31]
Im Saarland hatte der überparteiliche Ansatz des Gedenkstages für die Opfer des Faschismus anders als in der Bundesrepublik und in Berlin über 1949 hinaus Bestand. Der im Saarland erst 1948 gegründeten Landesvereinigung der VVN gehörten nicht nur der Bürgermeister von Völklingen als Ehrenkreisvorsitzender, sondern auch der Minister für Arbeit und Wohlfahrt, Richard Kirn, als Ehrenpräsident an. Der ebenfalls im Nationalsozialismus verfolgte und ins Exil nach Frankreich gezwungene Gewerkschafts- und SPD-Sekretär Karl Mössinger hatte das Amt des Vizevorsitzenden inne. Im Saarland der Nachkriegsjahre war er Wirtschaftsministerium tätig und in der SPS engagiert. Überparteilichkeit bildete die Basis für den Gedenktag der Opfer des Faschismus, weswegen diese und vor allem ein breitangelegter Opferbegriff explizit betont wurden. Diese „antifaschistische Überparteilichkeit“ war das Charakteristikum einer „frühen Gedenkkultur“[32] der unmittelbaren Nachkriegszeit auch im Saarland. Hermann Ratering stellte beim Aufruf zur Teilnahme am Gedenktag am 17. September 1950 klar, wer an erster Stelle im Gedenken stand: „Wie in jedem Jahr gedenkt auch diesmal im September die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Saar ihrer Toten, die in einem heldenhaften Kampf für Frieden und Freiheit ihr Leben ließen. Wir, die Überlebenden haben eine Verpflichtung auf uns genommen und das ist, zu kämpfen für die Ziele, wofür 40 Millionen Menschen ihr Leben lassen mussten. Diese 40 Millionen Toten mahnen zum Frieden. Es mahnen zum Frieden alle die Opfer der Widerstandskämpfer, die meuchlings in den Zuchthäusern des Nazireiches gemordet (!) wurden, alle die Hingerichteten der Nazi-Justiz, die unter Einsatz ihres Lebens versuchten, das deutsche Volk von den Despoten zu befreien. Es mahnen 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, die allein wegen ihrer Religionszugehörigkeit vergast und verbrannt wurden.“[33]
Daran ist bemerkenswert, dass hier neben den Widerstandskämpfern als politischen Opfern auch die jüdischen Opfer erwähnt wurden. Jedoch scheint die Zuweisung des Opfer-Status an den aktiven Widerstand geknüpft zu sein, denn der Begriff taucht im Text in Zusammenhang mit dem Begriff „Widerstandskämpfer“ auf, nicht explizit mit den „6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens“, die aufgrund der NS-Ideologie und deren Rassewahn ermordet worden waren. Es ging um den „heldenhaften Kampf“, der aus den Opfer des Faschismus Helden machte: „All dieser Helden wollen wir am 17. September 1950 gedenken. Die Toten unseres gemeinsamen Kampfes sind nicht die Toten einer Partei(,) oder einer besonderen Gruppe, sie sind die Blutzeugen unmenschlicher Verbrechen, aber auch des wahren Heldentums.“[34] Bei der Feierstunde am OdF-Gedenktag des Jahres 1950 hielt Alfred Levy als Vertreter der Verfassungskommission und Senatspräsident die Gedenkrede und nicht in seiner Eigenschaft als Vorsitzender Synagogengemeinde Saar, der er im Jahr 1950 gewesen war. Im Vorjahr hatte die Synagogengemeinde in einem eigenen Gottesdienst der Opfer des Faschismus gedacht.[35] Zu diesem Zeitpunkt wurde der OdF-Tag als Gedenktag der VVN in der Öffentlichkeit wahrgenommen.[36]
Verschiebungen: Von den Opfern des Faschismus zu den Opfern des Krieges
Auch Richard Kirn, Mitglied der SPS Saar, hatte in seiner Eigenschaft als Ehrenpräsident in der ersten Nummer des Mitteilungsblattes der VVN vom 15. März 1949 auf den Unterschied zwischen den Opfern des Faschismus und Kriegsgeschädigten hingewiesen. „Opfer des Faschismus“ zeichneten sich auch für ihn dadurch aus, dass sie aktiv Widerstand geleistet hatten und daher „bewusste Gegner des Nationalsozialismus“ gewesen waren: „Die Vereinigung hat sich bewusst den Namen „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ zugelegt, sie will damit zum Ausdruck bringen, dass sie nicht nur die Opfer des Faschismus schlechthin erfassen will, sondern alle bewussten Gegner des Nationalsozialismus. Schließlich sind ja die meisten Menschen an der Saar Opfer des Faschismus, zumal es praktisch nur wenige Familien gibt, denen nicht durch das nationalsozialistische System Schaden zugefügt wurde. Hier ist es der Verlust des Hauses, das durch Fliegerbomben dem Erdboden gleichgemacht wurde, dort beklagt man die Toten und Verwundeten und dergleichen mehr. Die Gegner des nationalsozialistische Systems, die bewusst sich gegen die faschistische Diktatur und den Krieg eingesetzt haben, wurden durch das Hitler-System verfolgt, existenzlos gemacht, eingesperrt, ihres Vermögens beraubt, viele sind in den Konzentrationslagern, Gefängnissen, Zuchthäusern, den Gestapokellern und auf den Schafotts gestorben.“[37] Das galt noch im Saarland, während im Mai 1948 die von Kurt Schumacher geführte Bundes-SPD auf ihrem Bundesparteitag einen Unvereinbarkeitsbeschluss verabschiedet hatte. Dieser sah vor, dass Mitglieder der SPD nicht gleichzeitig der VVN angehören konnten.[38] Dieser Fall trat im Saarland erst im Jahr 1951 ein, als sich VVN und die SPS entzweiten. Auch dieser Spaltung war ein SPD-Parteitag in Sulzbach vorausgegangen. Auch hier spielte der Ost-West-Konflikt, die geplante Wiederbewaffnung, die Westintegration der Bundesrepublik sowie die deutsche Teilung bzw. der vermeintlich die Wiedervereinigung besiegelnde, von russischer Seite propagierte Friedensvertrag eine wichtige Rolle. Sie wurden zu Ausschlusskriterien für Mitglieder der SPD, von denen der christlichen Parteien nicht zu reden. Daher warb der Landesvorstand der VVN Saar um die „sozialdemokratischen Kameraden“, denen „rechte Führer“ den Austritt nahegelegt hatten: „Der Beschluss Eures Parteitages in Sulzbach, mit dem Euch Leute wie Kirn, Mössinger u.a. faktisch zwingen wollen, aus der VVN auszutreten, zeigt wohl jedem politisch denkenden Menschen, mit welcher Verantwortungslosigkeit die rechten Führer Eurer Partei heute nach rund sechs Jahren(,) trotz aller damals gemeinsam durchlebten Leiden und Gefahren, trotz des damals unter den schrecklichsten Bedingungen gemeinsam geführten Kampfes gegen Krieg und Faschismus(,) erneut auf Spaltung hinarbeiten, um die damals im Kampf geschmiedete Einheit der OdF zu sabotieren und zu zerschlagen. (…) Die VVN war niemals eine kommunistische Organisation und wird es auch heute nicht. Aber sie setzt sich nunmehr mit aller Kraft und in der Hauptsache dafür ein, dass der Menschheit, dass unserem Volk ein neuer Faschismus und ein dritter Weltkrieg erspart und der Frieden gesichert werde. (…) Deshalb haben die Delegierten der VVN beschlossen, die Remilitarisierung zu bekämpfen und den Friedensvertrag mit Deutschland noch 1951 ebenfalls zu fordern.“[39] Doch bereits am 12. Februar 1951 hatte der ehemalige VVN-Vize Mössinger Fakten geschaffen und den Bund der Verfolgten des Naziregimes (BVN) gegründet, dessen Landesvorstand er nun angehörte. Die bereits 1950 in Düsseldorf gegründete Organisation sowie die Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten (AvS), der Mössinger ebenfalls angehörte, traten nun in Konkurrenz mit der VVN in Sachen Wiedergutmachung und Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus. Die Begründung für die Neugründung stellte er in seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten Hoffmann wie folgt dar: „Die Leitung dieser neuen Organisation bietet absolute Gewähr für parteipolitische, religiöse und rassische Neutralität. Die VVN ist durch den Austritt aller freiheitlich gesinnten Menschen (…) zu einer Schattenorganisation der KP herabgesunken. Sie besitzt innerhalb der Kreise der Opfer des Nationalsozialismus zukünftig keinerlei Bedeutung und Autorität mehr.“[40]
Das Ende des gemeinsamen Gedenkens in Saarbrücken im Jahr 1951 und die Rückkehr des Volkstrauertages
Längst hatten sich auch die Gewichte in der Gruppe der Opfer verschoben. Die Opfer des Faschismus von 1945, zu denen sich vor allem die politischen Widerstandskämpfer gezählt hatten, traten allmählich im Gegensatz zu den zahlenmäßig größeren – und damit auch für die Politik als Wähler relevanteren – Kriegsopfern in den Hintergrund. Dazu zählten die Ausgebombten, die Kriegerwitwen, die Richard Kirn 1949 nicht zu den wahren Opfern des Faschismus gezählt hatte, und nun auch bald die Kriegsgefangenen oder gefallenen Wehrmachtsangehörigen. Die Spaltung vollzog sich explizit im Jahr 1951. Der Umschwung kündigte sich bereits seit 1948 in Landtagsdebatten und der Entlassung der zuvor in den öffentlichen Verwaltungen eingestellten Opfer des Faschismus an.[41] 1950 hatte das Bundeskabinett bereits ein Berufsverbot für Mitglieder der VVN im öffentlichen Dienst beschlossen.[42]1951 fiel auch erstmals der Gedenktag aus, zu dem auch Gruppen aus Frankreich zu einem „Grenztreffen der Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus“ geladen worden waren. Als Grund wurden die „Gefahren der spinalen Kinderlähmung“ genannt, die damals grassierte und für den Abbruch der Vorbereitungen gesorgt hatte.[43] Stattdessen wurde intensiv im Saarland der 1948 in der Bundesrepublik wieder eingeführte Volkstrauertag oder Totensonntag begangen. Dabei wurde in der Berichterstattung der Saarbrücker Zeitung, die über eine Vielzahl von Gedenkstunden an neu angelegten Gedenksteinen auf Friedhöfen und Plätzen im ganzen Saarland berichtete, auch die im Nationalsozialismus gebräuchliche Bezeichnung „Heldengedenktag“ bzw. „Heldengedenkfeier“ verwendet. Die Gedenkfeiern für die „Kriegstoten“ oder einfach nur „Die Toten“, „Gefallenen“ oder „Opfer des Krieges“, „Kriegsbeschädigte“, „Kriegshinterbliebene“, – so die dafür nun verwendeten Bezeichnungen -, fanden an den vor Ort aufgestellten Gedenksteinen oder auf „Soldatenfriedhöfen“ statt.[44] Zudem wurden die offiziellen Andachten im Saarbrücker Ehrental oder am für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichteten Nußbergdenkmal[45] oder auf den Spicherer Höhen[46] abgehalten. Sofern in diesem Zusammenhang der immer noch unter dem Begriff Opfer des Faschismus bezeichneten Verfolgten des NS-Regimes auf der Gedenkstätte Neue Bremm gedacht wurde, firmierte der Ort unter der Bezeichnung „Bellevue“.[47]
Die Zuweisungen „Helden“ und „Opfer“ wurden weiterhin verwendet. Der Unterschied bestand darin, dass nicht mehr (nur) die im Nationalsozialismus aufgrund ihres aktiven Widerstandes gegen das Regime Verfolgten zu den Opfern und Helden zählten, sondern auch die ehemaligen Wehrmachtsoldaten und Mitglieder der ehemaligen, sogenannten „Volksgemeinschaft“ bzw. der Täter:innengesellschaft. Diese bildeten zweifellos in der Nachkriegsgesellschaft die Mehrheit. Sie galten nun als Opfern des Krieges und wohlweislich nicht als „Opfer des Faschismus“, denen man an Volkstrauertag und Totensonntag gedachte. Folgerichtig wurden nun wieder ehemalige Schlachtfelder besucht, um die dort erbauten „Ehrenstätten“ zu besichtigen. So lud der Volksbund Deutsche Kriegsgräbervorsorge zu „Kriegsgräberfahrten“ ein, worauf die Saarbrücker Zeitung, Nr. 211 vom 12.09.1955 hinwies: Der VDK veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem „Verband ehemaliger Angehöriger des Afrikacorps“ eine „Erinnerungs- und Kriegsgräberfahrt“ zu der vom VDK erbauten „Ehrenstätte“ in Tobruk. Über dieses Ereignis wurde im Nachhinein noch einmal berichtet.[48]
Die Gleichstellung der Geschädigtengruppen wurde in den seit den 1950er Jahren begangenen Gedenktagen offenbar. Der Gedenktag für die Opfer des Faschismus war dabei auch im Saarland aus dem Kalender verschwunden. Gedenken an diese Opfergruppe fand nun nach der Angliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik ab dem Jahr 1957 auch am Volkstrauertag oder am Totensonntag statt. Die Berichterstattung legte mit der Formulierung „Für ein besseres Deutschland gestorben“ die neue Orientierung des Gedenkens fest.[49] Hieran zeigt sich, dass nicht mehr der politische, sondern der christliche Widerstand in der jungen Bundesrepublik als gedenkwürdig befunden wurde. „Blutzeugen“ waren nicht mehr die verfolgten, verhafteten und ermordeten Antifaschisten, von denen Hermann Ratering 1949 gesprochen hatte, sondern die „Blutzeugen christlichen Glaubens“, die für die CDU im Rheinland schon 1945 das Alleinvertretungsrechts als Widerstandskämpfer hatten:„In Ehrfurcht neigen wir uns vor den Blutzeugen des christlichen Glaubens und der bürgerlichen Freiheit, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen.“[50] Dem in Saarbrücken aufgewachsenen Willi Graf als Märtyrer und Opfer des Faschismus war auch ein erstes, wenn nicht gar das erste Gedenken nach 1945 gewidmet. Johannes Hoffmann hatte dem „Saarbrücker Märtyrer Willi Graf“ in der Saarbrücker Zeitung, Nr. 13 vom 10.10.1945 ein ehrendes Andenken bewahrt.
Den Opfern des Faschismus gedachten vor und nach 1950 ausschließlich auf der Gedenkstätte Neue Bremm die in Abgrenzung zur VVN im Saarland gegründeten Vereinigungen. So versammelten sich die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der verfolgten Sozialdemokraten (AvS) oder des Bundes der Verfolgten des Naziregimes (BVN) sowie Vertreter von Stadt und Land. Im Jahr 1959 waren es die Minister Trittelvitz und Conrad sowie der Saarbrücker Bürgermeister Schneider.[51] An dieser Gedenkstunde nahm Karl Mössinger als Vertreter der AvS teil. Er hatte sich daraufhin bei der Stadt Saarbrücken über den schlechten Zustand der Gedenkstätte beklagt, worauf die Stadt, der Gilbert Grandval die Gedenkstätte bei ihrer Einweihung übereignet hatte, genau dies bestritt und Mössinger an das Land als vermutliche Inhaberin der Gedenkstätte verwies.[52]Ungeachtet der Frage der Zuständigkeit für die Gedenkstätte Neue Bremm in den späten 1950er Jahren und der Ausdifferenzierung der Gedenkkultur im Saarland blieb die Neue Bremm der zentrale Gedenkort.
Es kamen viele Gedenktage, aber es blieb nur ein Gedenkort
Der erste Gedenktag für die Opfer des Faschismus fand am 27. September 1947 statt und damit zwei Wochen später als der deutschlandweit begangene Gedenktag. Im Jahr darauf verlief das Gedenken an die Opfer des Faschismus im Saarland wie auch in den anderen Besatzungszonen am 18. September 1948. Erneut kamen zu diesem Anlass der Bürgermeister der Stadt Völklingen und Hermann Ratering hier in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der VVN-Ortsgruppe Völklingen, am Denkmal für die Opfer des Faschismus im Schillerpark zusammen. Der Gedenktag fiel zusammen mit dem 1. Delegiertentag der im April 1948 gegründeten VVN Saar. Bei dieser Gelegenheit kündigte der Landesvorsitzende Hermann Ratering an, dass fortan der 3. Oktober im Saarland als Gedenktag für die Opfer des Faschismus gelte.[53] Dementsprechend erging in der Saarbrücker Zeitung vom 2. Oktober 1948 die Einladung an alle Opfer des Faschismus für den darauffolgenden Sonntag, versehen mit dem Hinweis, dass für die Fahrt von Saarbrücken nach Völklingen ein Sonderwagen der Straßenbahn bereitstehe.[54] Lediglich die „Neue Zeit“ hatte in ihrer Ausgabe vom 5. Oktober 1948 über die erneute Gedenkfeier unter dem Titel „Der Tag der Opfer des Faschismus“ berichtet. Wiederum traten, laut dem Bericht, der Bürgermeister von Völklingen und Hermann Ratering als VVN-Landesvorsitzender als Redner auf. Der Ministerpräsident und der Wirtschaftsminister hatten sich entschuldigt. Nach der „Totenehrung“, so der Bericht weiter, erfolgte die Kranzniederlegung auf dem sogenannten „Ausländerfriedhof“ in Völklingen. Dort waren ehemalige Zwangsarbeitende beigesetzt bzw. wurden später dorthin umgebettet.[55] Sie fanden ihre Ruhestätte auf dem „Urnenfeld der Opfer des Faschismus“. Dazu hieß es in dem Presseartikel: „Alle Teilnehmer(,) sowie die Bevölkerung der Stadt Völklingen hatten den Eindruck gewonnen, dass das Saarvolk verstanden hat, seine wirklichen Helden gebührend zu ehren.“
Jedoch fand in den Folgejahren die Ehrung der „wirklichen Helden“ durch die VVN am Gedenktag der Opfer des Faschismus auf der am 11. November 1947 eingeweihten Gedenkstätte Neue Bremm statt.

Besucher aus dem Bereich des Militärs und der Zivilgesellschaft bei der Gedenkstunde des französischen Botschafters auf der Gedenkstätte Neue Bremm am 11. November 1952: wie stets streng choreographiert und in klarer Aufteilung der Besucher am Rand des Gedenkplatzes. Foto: Saarländisches Landesarchiv, Nachlass Erich Oettinger, 198_24
Bei einem erneut als „Erstem Landedelegiertentag“ etikettierten Treffen am 6. und 7.November 1948 im Gasthaus Bellevue an der Metzer Straße suchten die Delegierten am Sonntag, dem 7. November die Gedenkstätte Neue Bremm zum Gedenken an die Opfer des Faschismus und zur Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die französischen Widerstandskämpfer auf.[56] Am 11. September 1949 und am 17. September 1950 wurden die Gedenkstunden für die Opfer des Faschismus ebenfalls dort abgehalten. Sofern weitere Gedenkstunden in Völklingen von der VVN stattfanden, wurde darüber weder von der Saarbrücker Zeitung, der „Volksstimme“ oder der kommunistischen Neue(n) Zeit berichtet. Daher ist davon auszugehen, dass dies nicht mehr der Fall war. Dafür wurden die Gedenkveranstaltungen in Saarbrücken aufwändig gestaltet. Der Gedenktag begann jeweils um 9 Uhr mit einer Kranzniederlegung auf der Gedenkstätte Neue Bremm. Um 11 Uhr fand eine Feierstunde im Stadttheater statt. Am Nachmittag begann um 15.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Schlossplatz, der ein Marsch durch die Saarbrücker Innenstand vorausgegangen war. Daran nahmen alle Ortsgruppen der VVN sowie Gäste aus Deutschland und Frankreich teil. Die Landesregierung vertraten Justizminister Dr. Heinz Braun und Sozialminister Richard Kirn. Angela Braun, die Witwe von Max Braun, gehörte zum Kreis der Redner:innen wie auch der Saarbrücker Bürgermeister Zimmer, Oberst Cogombles als Vertreter Frankreichs und Karl Mössinger als Vizevorsitzender der VVN Saar. Als Gastredner war der ehemalige KZ-Häftling und katholischer Pfarrer Prof. Dr. Seelhorst geladen.[57] Auch im Jahr 1950 bestand der Gedenktag aus dem Programm mit Kranzniederlegung, Gedenkstunde, Gedenkmarsch und Kundgebung auf dem Schlossplatz. Die Gedenkstunde fand im Johannishof in der Mainzer Straße statt, da das Stadttheater renoviert wurde. Als Gastredner wurden Senatspräsident Alfred Levy und Karl Mössinger für die VVN erwähnt.[58] Im Jahr 1951 fand kein Gedenktag für die Opfer des Faschismus in Saarbrücken oder Völklingen statt. Zumindest wurde nicht mehr wie in den Jahren zuvor darüber in der Presse berichtet. Lediglich im November 1959 fand eine Gedenkfeier für die Opfer des Faschismus auf der Gedenkstätte Neue Bremm noch einmal Erwähnung.[59] Bis 1955 kam man dort am 11. November zur jährlichen Gedenkfeier der Militärregierung und später des Französischen Botschafters zusammen, um dem Ersten Weltkriegs zu gedenken.

Eine Tradition seit 1947: Besuch der französischen Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Descotes beim Workcamp des Landesjugendrings Saar im Oktober 2021. Foto: LpB Saarland.

Gedenken mit militärischen Ehren gehörte zur Gedenkstunde am 11. November auf der Gedenkstätte Neue Bremm, so auch am 11. November 1952. Foto: Saarländisches Landesarchiv, Nachlass Erich Oettinger.
Auch am Volkstrauertag und am Totensonntag wurde dort der Opfer des Krieges gedacht. Dazu musste die Gedenkstätte von 1947 dem nun bundesdeutschen Gedenkformat angepasst werden. Die Voraussetzung dazu bot der Umstand, dass nach 1955 dort keine von Frankreich veranstalteten Gedenkfeiern mehr stattfanden. Die in Völklingen etablierte Form des Gedenkens an einem Denkmal in Altarform entsprach zwar der bestehenden Gedenkkultur, wie sie in Deutschland von den späten 1940er Jahre bis weithin in die Gegenwart üblich war. Statt raumgreifender wie raumbezogener Inszenierung des Gedenkens war das Völklinger Denkmal von Anfang auf das statische Gedenken in Gestalt des Ablegens von Kränzen ausgerichtet. Die Schwierigkeit mit dem Völklinger Denkmal war, dass dort einer Opfergruppe gedacht wurde, für die beim Opfergedenken deutschen Erinnerungskultur der jungen Bundesrepublik vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts, der Westintegration und des Kalten Krieges kein Platz mehr war. Der politische, genauer: der kommunistische Widerstand – gefasst in der Formulierung „Opfer des Faschismus“ – fand im Saarland nach 1955 wie in der Bundesrepublik in der offiziellen Erinnerungskultur, wenn überhaupt, nur noch am Rand ihren Platz.
Am Denkmal in Völklingen fanden, so die Auskunft des langjährigen Vorsitzenden der VVN Saar, Horst Bernard[60], in den 1960er Jahren Gedenkfeiern der VVN statt. Zum 50. Jahrestag der Denkmaleinweihung gedachte die VVN Saar zusammen mit dem damaligen Völklinger Bürgermeister Hans Netzer dieses Ereignisses.[61] Seit 1980 organisiert das DGB-Ortskartell jeweils am Antikriegstag, am 1. September eine Gedenkfeier. Darauf verlagerte sich das zentrale Gedenken von Saarbrücken, wo am 1. September 1979 der DGB Saar zu einer Gedenkveranstaltung einlud, wieder nach Völklingen.[62] Der zentrale Gedenkort für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus blieb die Gedenkstätte Neue Bremm. Ein Kuriosum bleibt dabei, dass die für das Gedenken in Form von Kranzniederlegungen angesteuerte Tafel in französischer Sprache die im Lager inhaftierten Widerstandskämpfer als Märtyrer des Faschismus ehrte. Die Tafel in deutscher Sprache – eine langjährige Forderung der VVN Saar – kam erst im Jahr 1985 hinzu. Die als mehrteiliger Gedenkraum angelegte Gedenkstätte Neue Bremm musste, um für gleich mehrere Anlässe als Gedenkort zu dienen, dem in Völklingen konzipierten Format angepasst werden.

Von 1922 bis 2024 gedachte der Landesverband der Deutscher Sinti und Roma Saarland jeweils am 2. August auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm der im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Sinti und Roma. Foto: LpB Saarland
Das heißt, dass die 1947 angelegte Anlage aufgeben und auf die Gedenktafel reduziert wurde.[63] Dadurch wurde die Bremm zum zentralen Gedenkort und ist bis heute geblieben.

Am 27. Januar, dem Gedenktag an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, legen die Ministerpräsident:in sowie die Landtagspräsident:in jeweils einen Kranz auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm nieder, so auch im Jahr 2022. Foto: LpB Saarland
Der Beitrag erschien zuerst in den SaarGeschichten 66, Heft 1, 2022, S.34-47.
Literatur
- Michael Busemann: „Den Opfern des Faschismus“. Unvollständige Beobachtungen zur saarländischen „Wiedergutmachung“. In: Die Last aus tausend Jahren. NS-Vergangenheit und demokratischer Aufbruch im Saarstaat. Herausgegeben von Ludwig Linsmayer, Peter Wettmann-Jungblut. Saarbrücken 2013. S. 80-111.
- Michael Busemann: Wiedergutmachung oder Pflichtübung? Zur Wahrnehmung der Opfer des Faschismus an der Saar seit 1946. In: Grenz-Fall. Das Saarland zwischen Frankreich und Deutschland 1945-1960. Herausgegeben von Rainer Hudemann u.a. Schriftenreihe der Stiftung Demokratie Saarland. Geschichte, Politik & Gesellschaft. Band 1. St. Ingbert 1997. S. 401-412.
- Hans Coppi, Nicole Warmbold: Der zweite Sonntag im September. Zur Geschichte des ersten Gedenktages für die Opfer des Faschismus. In: Gedenkstättenrundbrief 131, 1.Juni 2006, S. 12-19; S. 14/15 (Download PDF-Datei am 07.01.2022).
- Christian Goschler: Wiedergutmachung. Westdeutschland und die Verfolgten des Nationalsozialismus 1945-1954. München 1992.
- Gerd Kühling: Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen in Berlin. Verfolgte des Dritten Reiches und geschichtspolitisches Engagement im Kalten Krieg 1945-1979. Berlin 2016. S.35
- Ulrike Puvogel, Martin Stankowski unter Mitarbeit von Ursula Graf: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band I. Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn 1995.
- Harald Schmid: Deutungsmacht und kalendarisches Gedächtnis – die politischen Gedenktage. In: Peter Reichel, Harald Schmid, Peter Steinbach (Hg.): Der Nationalsozialismus – die zweite Geschichte. Überwindung, Deutung, Erinnerung. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Band 766. Bonn 2009. S. 175-216.
Fußnoten
[2] Michael Busemann, 2013, S.86.
[3] Gerd Kühling, 2016, S.35.
[4] Christian Goschler, 1992, S. 187.
[5] Michael Busemann, 2013, S. 86.
[6] Saarländisches Landesarchiv, Bestand LRA.IGB 6125: o.A.: Einigkeit, die Stärke der V.V.N. In: Mitteilungsblatt der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Saar. Jahrgang 1, Nr. 1, 1. Juli 1949, Seite 1.
[7] Gerd Kühling, 2016, S.45, 46.
[8] Michael Busemann, 1997, S. 405.
[9] Michael Busemann,2013, S. 84.
[10] Saarländisches Landesarchiv, Bestand LRA.IGB 6125: Mitteilungen der V.V.V.N. Saarland, Jahrgang 1, Nr. 5, Jahrgang 1, Blatt 3.
[11] Siehe dazu: Erster Delegiertentag der VVN. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 109, 18.09.1948; Versammlung der VVN. In: Volksstimme, Nr. 108, 30.09.1948; O. Tr.: Der rote Winkel-Symbol für Frieden und Verständigung. In: Volksstimme, Nr. 124, 09.11.1948; Mitteilungsblatt der VVN Saar, Nr. 1, 01.07.1949, Blatt 5.
[12] Michael Busemann, 2013, S. 97.
[13] Stadtarchiv Völklingen, C9_352(Sammlung/Nachlass Luitwin Bies).
[14] -RT-: Dem Gedenken der Opfer des Faschismus. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 115, 28.09.1947.
[15] Stadtarchiv Völklingen, C9_352 (Sammlung/Nachlass Luitwin Bies). Dank an Dr. Michael Röhrig, Stadtarchiv Völklingen.
[16] Meldung „Neue Zeit“, Nr. 47, Jahrgang 2, 01.10.1947.
[17] Siehe dazu: Ulrike Puvogel, Martin Stankowski unter Mitarbeit von Ursula Graf, 1995.
[18] Saarbrücker Zeitung, 27.09.1947, Nr. 114: Denkmalsweihe in Völklingen; Volksstimme, Nr. 43, 27.09.1947:
„Aus Stadt und Land“: Aufruf an alle Opfer des Nationalsozialismus.
[19] Siehe dazu: Mehr Symbolismus wagen. In: Saargeschichten. Jahrgang 65, Heft 4_21, S. 40-49.
[20] Stadtarchiv Völklingen, C9_352(Sammlung/Nachlass Luitwin Bies).
[21] Die genaue Bezeichnung war nicht zu entziffern.
[22] Es findet sich in den Unterlagen keine Erklärung die augenscheinliche Differenz der Kosten für das Denkmal.
[23] Stadtarchiv Völklingen, A 3199, Blatt 1, Blatt 2: „Betr. Finanzierung Denkmal Opfer des Faschismus“.
[24] Stadtarchiv Völklingen, A 2_40, Blatt 31, Blatt 32.
[25] Stadtarchiv Völklingen, A2_40, Blatt 58, Blatt 59.
[26] Stadtarchiv Völklingen, C9_352, Sammlung/Nachlass Luitwin Bies.
[27] Ebd.
[28] Hans Coppi, Nicole Warmbold, 2006, S. 14/15.
[29] „Das Wiedergutmachungsgesetz ist unzureichend“ Erster Delegiertentag der VVN. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 109, 18.09.1948.
[30] Ebd., S. 12-13.
[31] Siehe dazu: -wirü-: Den Toten zur Ehr‘, den Lebenden zur Pflicht. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 210, 13.09.1949; Sonderseite „Für den Weltfrieden – gegen den Faschismus“. In: Volksstimme, Nr. 106, Jahrgang 41, 10.09.1949; „Den Toten zur Ehr‘ – den Lebenden zur Pflicht“. In: Volksstimme, Nr. 107, 13.09.1949.
[32] Beide Zitate aus Harald Schmid, 2009, S. 178.
[33] Saarländisches Landesarchiv, LRA IGB 6125: Hermann Ratering: Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 17. September 1950. In: Mitteilungsblatt der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Saar. Jahrgang 2, Nr. 9, 01.09.1950, Blatt 1.
[34] Ebd.
[35] Meldung, Jüdische Kultusgemeinde Saar: Sondergottesdienst zu Gedenken an die Opfer des Faschismus, Gemeindehaus Futterstraße 25. In Saarbrücker Zeitung, 10.09.1949.
[36] Meldung „Zum Gedenktag der VVN“. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 208, 10.09.1949.
[37] LA SB, LRA IGB 6125: Richard Kirn: Zum Geleit! In: Mitteilungsblatt der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Saar. Jahrgang 1, 01.07.1949, Nr. 1, Seite 1; siehe dazu Gerd Kühling, 2016, S.44-45.
[38] Gerd Kühling, 2016, S. 123.
[39] Saarländisches Landesarchiv, LRA IGB 6125: Landesvorstand der VVN: Ein ernstes Wort in ernster Stunde! In: Mitteilungsblatt der VVN Saar, Jahrgang 3, 15.03.1951, Nr. 1.
[40] Busemann, 2013, 188: Schreiben Karl Mössinger an den Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann vom 12.02.1951.
[41] Michael Busemann, 1997, S. 98-100.
[42] Christian Goschler, 1992. S. 196.
[43] Saarländisches Landesarchiv, LRA IGB 6125: „Aus der Organisation“ In: Mitteilungsblatt der VVN Saar, Jahrgang 3, September, Nr. 4, letzte Seite.
[44] Gedenkfeier für die Gefallenen aller Nationen. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 271, 27.11.1950;
Totenfeier auf dem Waldfriedhof in Burbach. In: SbZ, Nr. 271, 23.11.1951; „Neugestaltung des Quierschieder Soldatenfriedhofs“. In: SbZ, Nr. 272, 24.11.1951; Meldung „Heldengedenkfeier in Brebach“. Erstmalig nach 1945 am Volkstrauertag veranstaltet von der Vereinigung der Kriegsgeschädigten und -hinterbliebenen. In: SbZ, Nr. 262, 11.11.1954; Meldungen „Morgen Einweihung des Bildstocker Ehrenmals“; „Heldengedenken in Sulzbach“ In SbZ, Nr. 264, 13.11.1954; Eine würdige Totenehrung. Heldengedenkfeier in Fischbach und Brebach am Volkstrauertag. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 266, 16.11.1954; Einweihung des Gefallenen Denkmals Bildstock; Heldengedenkfeier in Wehrden. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 268, 18.11.1954.
[45] Gedenkveranstaltung am Totensonntag am Nußbergdenkmal.Veranstalter Vereinigung der Kriegsgeschädigten und – hinterbliebenen und des Bundes versorgungsberechtigter Wehrmachtsangehöriger. In: SbZ, Nr. 271, 23.11.1951; „Gedenkfeier für die Toten beider Weltkriege“ im Ehrental Saarbrücken. Eingeladen waren Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene. Veranstalter: Vereinigung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Saarlande e.V. In: SbZ, Nr. 264, 13.11.1954; Totenmal – Zeichen des Friedens und neuer Hoffnung. Feierstunde am Nußberg-Ehrenmal. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 269, 19.11.1956; Kranzniederlegung am Nußberg, Ehrenmal der Stadt Saarbrücken. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 264, 16.11.1957.
[46] „Alles besiegt die Liebe“. Gedenken auf den Spicherer Höhen. In: SbZ, Nr. 270, 21.11.1953.
[47] -kt-: Die Toten werden geehrt. In: SbZ, Nr. 271, 23.11.1951. Der Beitrag besteht aus drei Fotos, darunter eines von der Neuen Bremm. Der Bildtext lautet: „Eine Abordnung der Opfer des Faschismus am Mahnmal auf der Bellevue“.
[48] Weihe der Ehrenstätte Tobruk. In: SbZ, Nr. 268, 19.11.1955.
[49] D.S.: Für ein besseres Deutschland gestorben. Gedenkfeier für die Opfer des Faschismus an der Neuen Bremm. In: SbZ, Nr. 270, 25.11.1957.
[50] Aus: „Ein Ruf der Sammlung des Deutschen Volkes. Vorläufiger Entwurf zu einem Programm der Christlichen Demokraten Deutschlands, vorgelegt von den Christlichen Demokraten Kölns im Juni 1945“. In: Konrad Adenauer und die CDU der britischen Besatzungszone 1946-1949. Dokumente zur Gründungsgeschichte der CDU Deutschlands. Herausgegeben von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Bonn 1975. S. 106 zitiert in Christian Goschler, 1992. S.200.
[51] Julius C. Schmidt: Kranzniederlegung auf der Bremm für die Opfer des Faschismus. In: SbZ, Nr. 269, 23.11.1959.
[52] Siehe dazu Anm.18.
[53] Das Wiedergutmachungsgesetz ist unzureichend. In: SbZ, Nr. 109, 18.09.1948; Für Freiheit und Frieden. In: Volksstimme, Nr. 103, 18.09.1948; Versammlung der VVN. Erster Delegiertentag. In: Volksstimme, Nr. 108, 30.09.1948.
[54] Rubrik „Veranstaltungskalender“. In: SbZ, Nr. 115, 02.10.1948; VVN Saar – Gedenkstunde am 03.10.1948. In: Volksstimme, Nr. 109, 02.10.1948.
[55] Meldung: VVN Völklingen, Bestattung der ausländischen Zwangsarbeiter und Einweihung „Ausländerfriedhof“ am 24.09.1950. In: SbZ, Nr. 217, 21.09.1950.
[56] Erster Landesdelegiertentag der VVN. In: Volksstimme, 06.11.1948, Nr. 123;O.Tr.: Der rote Winkel – Symbol für Friede und Verständigung. In: Volksstimme, Nr. 124, 09.11.1948; „Den Toten die Ehre – den Lebenden die Pflicht“. Volksstimme Nr. 124, 09.11.1948;Erster Landesdelegiertentag der VVN. In: Neue Zeit, 09.11.1948.
[57] Meldung Gedenktag der Opfer des Faschismus. In: SbZ, 07.09.1949;Gedenktag der Opfer des Faschismus. In: SbZ, 12.09.1949; Gedenktag zu Ehren der Opfer des Faschismus am 11.09.1949. In: Volksstimme, Nr. 105, 08.09.1949; Tote mahnen: Kämpft für den Frieden. Der 11. September – Gedenktag zu Ehren der Opfer des Faschismus. In: Neue Zeit, Nr. 87, 10.09.1949; Der VVN-Gedenktag in Saarbrücken. Im Sinne der Toten – für den Frieden. In: Neue Zeit, Nr. 88, 13.09.1949.
[58] VVN-Gedenktag am 17.09.1950. In: SbZ, Nr. 213, 16.09.1950; Gedenktag der VVN im Saarland. In: SbZ, 18.09.1950; Gedenken für die Opfer des Faschismus. In: Volksstimme, Nr. 111, 19.09.1950.
[59] D.S.: Für ein besseres Deutschland gestorben. Gedenkfeier für die Opfer des Faschismus an der Neuen Bremm. In: SbZ, Nr. 270, 25.11.1957.
[60] Telefonat mit Horst Bernard am 24.01.2022.
[61] Stadtarchiv Völklingen C9-352, Nachlass Luitwin Bies -ob-: Auch Zeitzeugen kamen. In: Saarbrücker Zeitung, L7, 02.10.1997.
[62] Email von Albert Augustin, Vorsitzender DGB-Ortskartell Völklingen vom 20.01.2022.
[63] Siehe dazu Anm. 18, 50.