In ihren eigenen Worten
Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten in Deutschland am 30. Januar 1933 wurde der Terror zur Staatsräson. Er richtete sich gegen diejenigen, die von dem NS-Regime als Gegner der sogenannten „Volksgemeinschaft“ ausgemacht worden waren. Die damit einsetzende Verfolgung und Ausgrenzung zwang Regimegegner zur Flucht. Zwischen 5.000 und 7.000 Menschen flüchteten aus dem Deutschen Reich Richtung Westen. Ihr Ziel war das Saargebiet.
Saarbrücken wurde zum Zentrum des Widerstands, der maßgeblich von den Sozialdemokraten Johanna Kirchner und Max Braun sowie Marie Juchacz, der Gründerin des Sozialverbandes Arbeiterwohlfahrt, organisiert wurde. Die Regimegegner trafen sich in Cafés, fanden Unterkunft in Hotels und zu Flüchtlingslagern umfunktionierten Sälen. Zwei Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland kämpften die ins Saargebiet geflüchteten Politiker, Gewerkschafter, Journalisten und Schriftsteller gegen Hitler: „Es waren die Jahre des großen antifaschistischen Kreuzzugs, der mit Pauken und Trompeten von einer Niederlage zur nächsten marschierte.“ (Koestler 1955). Es wurden im Saargebiet nach 1933 Zeitschriften gegründet und Kundgebungen im Vorfeld der Saarabstimmung abgehalten. Obwohl die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei (NSDAP) im Saargebiet offiziell verboten war, bauten die Nationalsozialisten ihre Macht aus und unterstützten die „Deutsche Front“, die sich massiv für ein Votum zugunsten Deutschlands einsetzte. Eine Zusammenstellung von Quellen in Form von im Nachhinein publizierten Lebenserinnerungen, Berichten oder Tagebüchern von Frauen und Männern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus spiegeln die Ereignisse im Saargebiet zwischen dem Ankommen im Jahr 1933 und dem im Juni 1934 einsetzenden Abstimmungskampf und der Abstimmung vom 13. Januar 1935 und die Folgen für die Widerständigen.
Nach dem 30. Januar 1933 begann der Schmuggel von Tarnschriften aus dem Saargebiet
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland flohen Journalisten, Politiker, Gewerkschafter und Träger von Behörden der Weimarer Republik in das noch freie Saargebiet. Darunter war Gustav Regler (1898-1963). Der Schriftsteller wurde in Merzig geboren und lebte als junger Mann während seines Studiums in Berlin, arbeitete als Redakteur in Nürnberg und kam durch Heirat mit Mieke Vogler, einer Tochter des Malers Heinrich Vogeler, in die Künstlerkolonie Worpswede. 1933 musste er als Kommunist und NS-Gegner nach Paris fliehen. Eine Zeit lebte er im noch freien Saargebiet. Darüber schrieb er in seinem autobiographischen Bericht „Das Ohr des Malchus“ und in seinem Roman „Im Kreuzfeuer“, der sich mit der Saarabstimmung 1935 befasste. 1936 schloss er sich den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg an. Nach einer Verwundung warb er in den USA um Spenden für den Sanitätsdienst der Republikanischen Armee. Nach seiner Rückkehr und dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er als „Feindlicher Ausländer“ im Lager Le Vernet interniert. Durch Fürsprache seines Kampfgefährten im Spanischen Bürgerkrieg, dem Schriftsteller Ernest Hemingway und der Ehefrau des US-Präsidenten, Eleanor Roosevelt gelangten er und seine Ehefrau in die USA und von dort ins Exil nach Mexiko. Von dort kehrte Regler, der sich aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes 1939 von der Kommunistischen Partei losgesagt hatte und daher unter den ebenfalls mit ihm im Exil verharrenden Hardlinern als Renegat galt, erst seit den 1950er Jahren zu längeren Reisen nach Europa zurück. Gustav Regler berichtete in dem autobiographischen Bericht „Das Ohr des Malchus“ im Untertitel „Lebensgeschichte“ genannt von den Treffen der Widerständigen im früheren Schloss-Café in der Viktoriastraße 2 direkt an der Luisen-Brücke im Stadtteil St. Johann. Dabei berichtet er von den aus dem Saargebiet nach Deutschland geschmuggelten Broschüren mit Informationen über das NS-Regime, die dazu animieren sollten, Widerstand zu leisten. Die Botschaften wurden dabei getarnt in Ratgebern für die Bepflanzung von Schrebergärten, Broschüren mit Eintopfrezepten oder Theaterstücken versteckt:

Schriften zur Aufklärung über den Nationalsozialismus in Deutschland wurden in Kochbüchern und Theaterstücken getarnt. Quelle: Historisches Museum Saar/Repro LpB Saarland
„Ich saß im Schloss-Café von Saarbrücken vor dem geheimnisvollen Agenten Otto Katz und fühlte mich eingeweiht in eine Verschwörung, wie ich sie selbst hatte organisieren wollen. Dies war kein Schießen mit Platzpatronen auf einen Riesen; man legte Minen. Sie mussten wirken, denn nur den heimlichen Gegner fürchtete Hitler, nur den unsichtbaren überschätzte er. Die kleinen Hefte waren sorgfältig auf Dünndruckpapier hergestellt. (…) Ich gestehe, dass ich lange nicht daran dachte, den Inhalt genau nachzuprüfen. Es handelte sich ja auch vielmehr um die Kampfansage. Die Broschüren waren wie Maulwurfshügel, die plötzlich überall in einer Wiese aufstoßen, und es schien, dass die ganze Erde unterhöhlt sei. Die Heftchen trugen die witzigsten Verkleidungen. Sie staken in Samentüten, wie sie in Deutschland verkauft werden. (…) So wurden echte Samenkörner eingefüllt und auch die übliche Gebrauchsanweisung beigegeben: (…) Weitere Anweisungen wurden noch gegeben, mitten im Text aber sprach dann ein Unbekannter von Hitlers Untaten und forderte auf, andere Saat zu säen. Ich sah nun häufiger Burschen, die zum Empfang der Broschüren heimlich aus dem Reich eintrafen. (…) Beim heimlichen Treffen in zuverlässigen Häusern tauten sie etwas auf, aber sie hüteten sich zu sehr, auf die andere Welt einzugehen…(…)Als ich bei einem Saarlandaufenthalt einmal fragte, wie wirksam denn die Broschüren seien, bekam ich nur ausweichende Antworten und dachte lange, dass ich taktlos gewesen sein und nicht den richtigen Ton gefunden habe. Eines Abends aber hatte ich einen wichtigen Funktionär der Partei in Saarbrücken selbst zu treffen. Ich wurde in eine Dachkammer geführt, ich fand dort eine kleine Versammlung, die mich durch ihre Steifheit und das erdrückende Misstrauen aller gegen alle daran erinnerte, dass in diesem ganzen Kampf nichts Romantisches geblieben war, dass es hart auf hart ging. Nun zog er eine der Broschüren aus der Tasche und warf sie dem anwesenden Funktionär vor die Füße: ‚wir haben das monatelang verteilt‘, sagte er mit einer fast genießerischen Verachtung, ‚wir haben euch manches nachgesehen, aber nun wird es zu viel. Wen wollt Ihr damit treffen?‘ Er deutete mit dem Schuh auf das geschmähte Druckheftchen und mit apodiktischer Festigkeit schloss er: ‚Für das Geseiche legt keiner von uns den Kopf auf den Block!‘ (…) Als wir uns dem konspirativen Ritual entsprechend einzeln und in Zeitabständen entfernten, sah ich noch, wie der wichtige Funktionär dem gequälten, aber aufrichtigen Burschen auf die Schulter klopfte; (…).“ (Regler 1958. S. 226-228).
Nach dem 30. Januar 1933 war das damals noch freie Saargebiet Fluchtpunkt für Verfolgte
Lore Wolf (1900-1996) war Mitglied der Kommunistischen Partei und floh 1933 in das noch freie Saargebiet. Dort engagierte sich im Widerstand und musste jedoch nach dem 13. Januar 1935 zuerst nach Forbach und von dort nach Paris fliehen. In Paris lernte sie die Schriftstellerin Anna Seghers kennen. Lore Wolf überträgt deren Roman „Das siebte Kreuz“ mit der Schreibmaschine zu einer ersten Druckfassung. 1940 wurde Lore Wolf nach der Besetzung von Paris durch die Wehrmacht verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. Dort wird sie 1941 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei Kriegsende wurde sie in das Konzentrationslager Bergen-Belsen verschleppt und von dort in das Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel verlegt, wo sie befreit wurde. Nach dem Krieg engagierte sie sich wiederum in der Hilfe für NS-Opfer und arbeitete bei der Stadt Frankfurt als Sekretärin. Nach dem Verbot der KPD gehörte sie der DKP an.
„Im Saarland gab es unendlich viel zu tun. Emigranten überschwemmten das Land. Alle mussten untergebracht und verpflegt werden. Eine gute Solidarität der Bevölkerung zu den deutschen Emigranten entwickelte sich. Selbst Arbeitslose mit kleinen Kindern nahmen Flüchtlinge auf.“ (…) Fast alle Emigranten beteiligten sich in irgendeiner Weise an der politischen Arbeit und klärten die Menschen darüber auf, was Hitlerfaschismus bedeutete. Sie erzählten von den Verhaftungen und Hinrichtungen, den überfüllten KZ in Deutschland. Hannes Marchinka und ich hatten die Aufgabe, auf die Dörfer zu fahren und die bevorstehende Abstimmung zu beeinflussen. Aber wenn Hitler ins Saarland einzog, waren nicht nur wir Emigranten verloren, sondern die ganze Bevölkerung hatte unter dem Terror zu leiden.“ (Wolf 1973, 2. Auflage 1979. S. 52)
Aus den von Karl Retzlaw (1896-1979) unter dem Titel „Spartakus“ vorgelegten „Erinnerungen eines Parteiarbeiters“ über seine Zeit in Saarbrücken erfährt man die Gründe, warum das Saargebiet als Fluchtpunkt für Menschen wichtig war, die aus Deutschland fliehen mussten. Vor allem weisen seine Aufzeichnungen auf einen wichtigen Punkt hin, der heute, in Zeiten von Sozialen Netzwerken und digitalen Treffpunkten und einer universellen Verfügbarkeit von Informationen zu jeder Tageszeit kaum noch Beachtung finden mag: Die Notwendigkeit eines Kommunikationsortes und zwar handfest und analog. Dazu boten sich denjenigen, die nun gerade einmal ein Bett für die Nacht hatten und ansonsten sehen mussten, wie sie den Tag verbrachten, Cafés und Redaktionen als Treffpunkte an. „Karl Retzlaw“ war das Pseudonym des Publizisten und Sozialisten Karl Gröhl aus Frankfurt, der seit 1908 in Berlin lebte und sich für den Kommunismus engagierte, jedoch nach Besuchen in der Sowjetunion davon allmählich Abstand hielt und sich eher dem Kurs von Leo Trotzki annäherte. 1933 floh er über die Schweiz in das Saargebiet. Dort nannte er sich Karl Retzlaw und arbeitete für die saarländischen Sozialdemokraten. Nach der Abstimmung vom 13. Januar 1935 floh er nach Paris und von dort nach seiner Inhaftierung als „Feindlicher Ausländer“ bei Kriegsbeginn und der Besetzung von Paris durch die Wehrmacht im Mai 1940 in den unbesetzten Teil im Süden Frankreichs. Von dort gelang ihm die Flucht über Lissabon ins Exil in London. Nach 1945 kehrte er nach Frankfurt zurück und arbeitete dort für die Frankfurter Rundschau:
„Das Saargebiet war für die Flüchtlinge zwar ein leicht erreichbares Asyl, aber es schien den meisten unsicher, es war daher nur eine Durchgangsstation nach Frankreich, Luxemburg, Belgien, Holland und von diesen Ländern nach Übersee. Das Gefühl der Unsicherheit im Saargebiet war verständlich. Nur die Spitzenfunktionen der Behörden waren international besetzt. Die mittleren und unteren Beamten waren Deutsche und wie sich bald herausstellte, zumeist nazihörig. Wenn sich ein Flüchtling bei einer saarländischen lokalen Behörde, Polizei, Arbeits- oder Wohlfahrtsamt meldete, bekam er oft zu spüren, dass er nicht willkommen war. Es musste so eingehende Verhöre über sich ergehen lassen, dass er sich mit Recht wieder bedroht fühlte. Tatsächlich wurden die Personalien der Flüchtlinge, die sich meldeten, an die Behörden des Hitlerreiches weitergegeben.“ (Retzlaw 1972. S. 377/378)
„Damals gab es noch zwei Möglichkeiten, auf deutschem Boden gegen das Naziregime zu agitieren: in Danzig und im Saargebiet. Das Saargebiet lag näher (von Paris, S.G.). Es stand gemäß des Versailler Vertrages für 15 Jahre unter der Verwaltung einer internationalen Kommission des Völkerbundes, aber es war ein deutsches Land mit deutscher Bevölkerung. Hier dachte ich, würde ich Arbeit und ein politisches Tätigkeitsfeld finden. Ich hatte in Zeitungen gelesen, dass im Saarland schon zahlreiche politische Flüchtlinge lebten, ich wollte versuchen, unter diesen, gemeinsam mit Saarländern, neue Gruppen zum Kampf gegen den Nazismus zu bilden. Als ich in Saarbrücken eintraf, kannte ich keinen Menschen in der Stadt. (…) Beim Durchstreifen der uninteressanten und grauen Straßen der Stadt, die an der Saar, umgeben von schönen bewaldeten Höhen liegt, las ich einen Anschlag, mit dem die „Saarländische Liga für Menschenrechte“ zu einer Protestversammlung gegen den Naziterror in Nazi-Deutschland einlud.Es waren vielleicht 40-50 Personen anwesend, als ich den Saal betrat. Referent war der Präsident der Liga. Er schilderte die Diktatur im Hitlerreich und sprach sehr entschieden für den Verbleib des Saarlandes unter der Verwaltung der Völkerbundverwaltung, um zu verhindern, dass der Nazismus sein Gewaltregime auch auf das Saargebiet ausdehne. Der anschließenden lebhaften Diskussion, an der ich auch teilnahm, entnahm ich, dass über die Hälfte der Anwesenden Flüchtlinge waren. In der ersten Zeit war das Leben in Saarbrücken sehr schwer für mich. Ich hatte kein Zimmer, in dem ich mich auch tagsüber hätte aufhalten und auch arbeiten können, sondern nur eine Schlafstelle, die ich morgens verlassen musste. Geld, um in ein Café zu gehen, hatte ich nicht, es hätte keinen Sinn gehabt. In deutschen Cafés kann man nicht, wie in Wien, Zürich, Paris, stundenlang bei einer Tasse Kaffee sitzen, Zeitungen lesen, Briefe schreiben oder mit Bekannten diskutieren. Meine Briefe schrieb ich im Postamt. Um Zeitungen lesen zu können, ging ich zu den Aushängekästen der Saarbrücker Zeitungen, wo zu jeder Zeit mehrere Menschen lesend vor den ausgehängten Zeitungen standen. Morgens und mittags ging ich in ein Lokal gegenüber dem Bahnhof, wo ich wie eilige Reisende morgens Kaffee und mittags einen Teller Kartoffel-, Linsen- oder Erbsensuppe erhalten konnte. Allerdings musste unkomfortabel im Stehen gegessen werden. All dieses änderte sich erste zum Besseren, als die frühere Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz, die ebenfalls nach Saarbrücken geflüchtet war, im Zentrum der Stadt ein Café eröffnete. Hier war es möglich, Zeitungen und Zeitschriften zu lesen und sich mit Bekannten und auswärtigen Besuchern zu verabreden. Doch war es nicht ganz gefahrlos. Gestapospitzel fotografierten die Besucher, wie sie auch die Besucher der Zusammenkünfte der Liga für Menschenrechte, der Kommunistischen und Sozialdemokratischen Partei kontrollierten.“ Karl Retzlaw 1972.S. 372-373)

Marie Juchacz eröffnete in der Bahnhofstraße 80 (heute: Bahnhofstraße 95) eine Pension, in der sich Emigrant:innen treffen konnten. Quelle: August Schleiden, Saarbrücken. 2009
Auch verweist Retzlaw, nicht ohne einen hämischen Unterton, auf die ehemaligen Berufspolitiker in Diensten der Sozialdemokratischen Partei, die nun – anders als die lebenskluge und pragmatische Marie Juchacz mit ihrer Pension – zuerst einmal keine Beschäftigung hatten:
„In der deutschen Arbeiterbewegung war man im Jahr 1933 auf eine Massenflucht aus Deutschland überhaupt nicht eingestellt. Dieses Schicksal traf die Betroffenen völlig unvorbereitete. Am elendesten fühlten sich die Sozialdemokraten. Das lag an den beruflichen Stellungen, die sie bisher innegehabt hatten. Ich habe im Saargebiet und noch später in Frankreich und England nur wenige Sozialdemokraten kennengelernt, die als Arbeiter oder Angestellte ihr Brot verdient hatten. Die meisten hatten in der Weimarer Republik in staatlichen, provinzialen, kommunalen Einrichtungen gearbeitet oder sie waren Angestellte in Parteiorganisationen, bei den Parteizeitungen, in Gewerkschaften und in Konsumgesellschaften gewesen. Sie hatten Positionen bekleidet, in denen sie sich auf Lebenszeit versorgt glaubten. „Was soll nur aus mir werden, wenn Hitler nicht gestürzt wird,“ sagte einmal ein früherer höherer sozialdemokratischer Beamter in einer Diskussion.“ (Retzlaw 1972. S. 377)
Auch der Journalist Paul Siegmann schaute ernüchtert auf die Zustände der ins Saarland geflohenen früheren Politiker und Amtsträger. Seine 1974 publizierten Tagebuchaufzeichnungen zeichnen ein wenig hoffnungsfrohes Bild des Saargebiets im Vorfeld der Abstimmung vom 13. Januar 1935. Es geht aus den vorliegenden, im Jahr 1974 in der Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend publizierten Aufzeichnungen nicht hervor, ob diese im Nachhinein vom Autor bearbeitet wurden. Paul Siegmann (1903-1977) erscheint dabei in seinem Urteil über die Situation im Saargebiet pessimistisch in Anbetracht der nach dem 13. Januar 135 erfolgten Ereignisse. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er aus einer Ex-post-Perspektive heraus, die Aufzeichnungen verändert hat. Zumal der in Saarbrücken gebürtige Paul Siegmann, der 1933 als Redakteur bei der „Saarländischen Gewerkschaftszeitung“ aus Hamburg in das Saargebiet zurückkam alsbald nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses im Februar 1935 nach einer kurzzeitigen Flucht nach Bayern nach Hamburg zurückkehrte. Dort wurde er mit Hilfe eines Verwandten seiner Ehefrau, den Siegmann 1934 noch als „kritiklosen, beschränkten Nationalsozialisten“ (Burgard 2005, S. 288) bezeichnet hatte zum Mitarbeiter der 1933 von den Nationalsozialisten gegründeten „Stagma“, einer Vorläuferin der Verwertungsgesellschaft für Aufführungsrechte GEMA. Die „Stagma“ war eine Einrichtung, in der vor allem überzeugte Nationalsozialisten tätig waren. Am 1. September wurde Siegmann für ein Reservepolizeibataillon rekrutiert und daraufhin in Polen und Russland eingesetzt. Das ruft die Erinnerung an die „Ordinary Men“ (Christopher Browning) hervor, an die Angehörigen des Polizeibataillon 101 der Hamburger Ordnungspolizei, die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Polen und begangen haben. Siegmann geriet in Russland in Gefangenschaft und wurde in Moskau 1949 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Auch kam in den 1950er Jahren zurück in die Bundesrepublik. Er verstarb 1977. Dennoch bleiben seine Aufzeichnungen eine wichtige Quelle, die über die Zeit zwischen 1933 und 1935 im Saargebiet informiert. Auch Paul Siegmann verkehrte in den Treffpunkten der Geflüchteten, zu denen auch das Restaurant im Haus der Arbeiterwohlfahrt (bis heute) in der Hohenzollernstraße in Altsaarbrücken. Von der dort obwaltenden Euphorie im Hinblick auf ein Abstimmungsergebnis gegen den Anschluss an NS-Deutschland ließ er sich jedoch nicht anstecken und schilderte mehrere interne sowie öffentliche Versammlungen der Sozialdemokraten:
„Freitag, 28. Juli 1933
„…abends im Restaurant der Arbeiter-Wohlfahrt (abgekürzt: A.W.) in der Hohenzollernstraße, lernte Lehrer Jensen von der Heimvolkshochschule Tinz (bei Gera) kennen, Frau Juchacz, Reichstagsabgeordnete von Berlin und Kirschmann, ehemals Staatssekretär in Preußen, jetzt Vertreiber der „Deutschen Freiheit“, ein SPD-Organ, das in Saarbrücken unter der Chefredaktion Max Brauns und Wilhelm Sollmanns, einst Reichsinnenminister herausgegeben wird. (…)
Dienstag, 8. August 1933
Montagabend eine Versammlung der Saarbrücker Sozialdemokraten besucht, der Saal mit roten Fahnen und den obligatorischen drei Pfeilen geschmückt, viele Menschen. Max Braun sprach über den Befreiungskampf an der Saar, die Saar dürfe niemals zu Hitler-Deutschland zurück. Was er sonst noch über Freiheit, Kampf bis in den Tod, Besiegung des Faschismus sagte, klang sehr schön, fand den begeisterten Beifall der Versammelten, diejenigen jedoch, die von drüben kamen, wussten wie wenig sie von solchen Worten, noch weniger solcher Kampfbegeisterung zu halten hatten. Braun ein bestechender Rhetoriker weiß sich in Szene zu setzen und die Massen durch Suggestion mitzureißen, und während die Sozialdemokraten tobten vor Beifall, standen wir von drüben, die Reichstagsabgeordneten Roth und Ritzel, der Landrat Hansmann und andere an der Seite und verspürten wenig Bedürfnis die Hände zu rühren.“
„Sonnabend, 27. August 1933 (An diesem Tag fand in Neunkirchen/Saar eine Gegendemonstration gegen die Niederwaldfeier der Nationalsozialisten in Rüdesheim statt, S.G.)
Auf dem häßlichen Platz mitten in der Stadt versammelten sich etwa fünftausend Teilnehmer, Luftballons mit Flugblättern und antifaschistischen Zeitungen wurden nach der falschen Richtung losgelassen, ich traf viele alte Bekannte, auch Dobisch und andere Gewerkschaftsführer. Maret, ein Rezitator in weißen Schuhen, eröffnete die Kundgebung, ein Neunkircher und Max Braun begrüßen die Versammelten, und obwohl Braun von „gewaltigen Massen“ sprach, war das Unternehmen ein Fiasko, zeigte aber deutlich, wohin es mit der sozialdemokratischen Arbeiterschaft an der Saar gekommen war; von jenseits erschollen Schmährufe der Hitlerianer. Nach dem kläglichen Fahneneinmarsch sprach wieder Max Braun, ein zusammengesetzter Mast drohte unter der Last einer riesigen roten Fahne jede Sekunde zusammenzubrechen. Während einer Pause gingen der seiner deutschen Staatsangehörigkeit beraubte ehemalige Landrat von Dortmund, Hansmann, und ich ins Volkshaus, er schilderte, wie er im März von SA aus dem Amte geholt und misshandelt worden war, im Übrigen teilte er meine pessimistischen Auffassungen über die Situation innerhalb der Partei.“
Die von Siegmann erwähnten Personen waren:
Wilhelm Hansmann (1886-1963), Landrat des Kreises Dortmund bis 1933. Er floh ins Saargebiet und von dort weiter Frankreich, wo er sich dem Widerstand anschloss. Nach 1945 kehrte er nach Dortmund zurück. Dort gehörte er dem Stadtrat und später dem Landtag von Nordrhein-Westfalen an.
Ernst Roth (1901-1951), geboren 1901 in Zweibrücken-Ernstweiler. Er war seit 1924 Chefredakteur der Mannheimer Volksstimme und 1932 Reichstagsabgeordneter. 1933 floh er ins Saargebiet. 1935 erfolgte Flucht nach Frankreich. Er war 1945 Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung und 1946 Generalsekretär der SPS. Er wurde 1948 ausgewiesen, da er gegen den wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich war. Darauf wurde er Landrat des Landkreises Frankenthal und 1949 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er verstarb 1951.
Heinrich Georg Ritzel (1893-1971): 1919-1930 Bürgermeister Michelstadt, 1925 Mitglied des Landtags, 1930 Mitglied des Reichstages, 1933 Flucht ins Saargebiet und Eintritt in die Regierungskommission, Abt. Inneres (Polizei), 1935 Emigration in die Schweiz, 1946 hessischer Provinzdirektor und ab 1949 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Wilhelm Sollmann (1881-1951), Politiker und Journalist aus Köln. Er floh nach Misshandlungen 1933 ins Saarland und 1935 nach Frankreich.
Der Abstimmungskampf beginnt im Juni 1934 mit der Festsetzung des Abstimmungstermins
Die aus Deutschland in das freie Saargebiet geflüchteten engagierten sich dafür, dass das Saarland unter der Verwaltung der vom Völkerbund eingesetzten Regierungskommission blieb. Darauf verweist Karl Retzlaw:
„Für die Flüchtlinge aus Nazideutschland war lebensnotwendig, zu wissen, dass nur die Beibehaltung der Völkerbundsverwaltung an uns eine sichere Zuflucht bot. Anschluss an Deutschland bedeutete weitere Flucht. (Retzlaw 1972, S. 380/381)
Das galt auch für diejenigen, die im Saargebiet für den Erhalt des Status quo eintraten. Eine Delegation um Max Braun machte sich daher nach Genf zum Sitz des Völkerbundes auf, um eine Verschiebung des Abstimmungstermins zu erwirken. Es sollte erst abgestimmt werden, wenn in Deutschland die NS-Diktatur vorüber sei. Davon berichtet Paul Siegmann in seinen Aufzeichnungen:
„Mittwoch, 6. Juni 1934
Am Montag legte der Völkerbundsrat tatsächlich alle Maßnahmen für die Saarabstimmung am 13. Januar 1935 fest. Bereits am Sonntag war Max Braun von Genf zurückgekommen, am Montag kam auch Fritz Dobisch, abends fand in den Räumen des Mittagstisches der ehemaligen Reichstagsabgeordneten Marie Juchacz in der Bahnhofstraße die erste Besprechung des Genfer Ergebnisses statt. Kurz zusammengefasst kann man sagen: Alle waren sehr deprimiert. Braun und Dobisch waren in Genf beim Völkerbund. Es ging um die Verschiebung des Abstimmungstermins am 13. Januar 1935 aufgrund der Aktivitäten von NS-Deutschland (Unterstützung der Deutschen Front, Beeinflussung des Wahlkampfes). Jedoch garantierten die Vertreter des AA von NS-Deutschland, dass es zu keiner Einflussnahme kommen werde. Daher sah Braun die einzige Hoffnung, dass der Termin noch einmal verschoben wird, wenn man nachweisen kann, dass die NS-Deutschland sich nicht an diese Garantie halte und Terror an der Saar ausübe.
Sonntag, den 10. Juni 1934
„…doch typisch verlief gestern Abend wieder die Kundgebung der „Freiheitsfront“ im Hause der Arbeiterwohlfahrt. Vollgepropfter Saal! Die Menge raste wieder, für sie ist M.B.(Max Braun, S.G.) über alle Vorwürfe erhaben. (…) Auf einer Funktionärskonferenz am Mittwoch machte M.B. wieder stark in Optimismus, gestern sprach er sogar von 51 Prozent der Stimmen für den Status quo; erst hat er sich im Datum getäuscht, nun täuscht er sich mit der Mehrheit, entweder hat er kein Format oder er ist jener Typ des Sozialdemokraten geblieben, der uns von Niederlage zu Niederlage einen Sieg prophezeite.“
Auch Gustav Regler schildert den Besuch in Genf, leicht fiktionalisiert:
„Ein Journalist mit Namen Lex war bei den Diplomaten des Völkerbundes in Genf für den Erhalt des Status quo bzw. für ein autonomes Saargebiet: „Dies ist eine einmalige Gelegenheit, sagte Lex, (…). „Die Arbeiter, die mit uns kamen, sind die wahren Saarländer. Wenn Sie uns helfen, wird es ein deutsches Land geben, wo man nicht blind gehorcht, wo man vom Sinn überzeugt werden muss, eh man Gefolgschaft leistet. Warum nicht mit einer kleinen Zelle beginnen? Sie brauchen ein Land, das Sie vertritt, das Sie sinnvoll macht, Sie und den Bund, der doch darauf wartet, dass man ihm überall Vertrauen gibt…“ (Regler 1958. S. 301)
„Die Herren trugen alle englische Anzüge und hatten sehr gute Manieren; sie schüttelten lächelnd die Köpfe (…) dann verneigte man sich vor uns wie vor einer Gesandschaft, die wieder zurückgeht in ein fernes Land und, wie man hofft, nie wiederkommen wird. Und war es nicht auch das Luftgebilde eines Landes, ein Land, das es gar nicht gab, zu dessen Boten wir uns gemacht hatten. Selbst Fritz Pfordt, der der derbe volkstümliche Vertreter der Kommunisten, war gepackt von der friedlichen europäischen Idee, die wir da für Stunden vertraten, obwohl die Technik unserer gemeinsamen Partei die Gewalt keineswegs verneinte.“ (Regler 1958, S. 302)
Desinteresse an der Saar-Frage herrschte nicht nur in Genf vor, sondern auch im Saargebiet selbst. Dort schien die Gefahr einer Rückkehr zu NS-Deutschland nicht existent. Im Gegenteil, wie Regler in einer Szene einer Veranstaltung schilderte, in der ein von den Nationalsozialisten schwer misshandelter Mann aufgetreten war:
„Die Saarprovinz war nicht der fortschrittlichste Teil Europas. Die meisten Bergleute waren vom Lande, ließen ihre Frauen die Äcker bestellen und machten sich für die ganze Woche auf den Weg, um in den Gruben um Völklingen, St. Wendel und Sulzbach sich aus den heißen Schächten Geld für alles Fehlende herauszuhacken. Viele kehrten damals erst am Sonntag in ihre Dörfer zurück, müde und erschöpft; sie hatten in ihren Augen keine andere Vision als vielleicht die ihres Weibes, das sie nachts umarmen würden; von der Politik sprachen sie nicht gerne, aber sie wurden damit überfüttert in dem Augenblick, als drüben im Reich Adolf Hitler an die Macht kam. Wieviel sie von unseren Reden in sich aufgenommen hatten, stellten wir an jedem Wahltag im Januar 1935 fest. Wir hätten den Reifezustand schon früher feststellen können; warum waren wir blind? Da war ein Bursche von 21 Jahren aus dem Ruhrgebiet nach der Saar gekommen, ein Kommunist, den die Sturmtruppen der Nazis im März 1933 gefangen und ihrem Keller gequält hatten. (…) Sie hatten ihm seine Zähne ausgeboxt, hatten ihm Rizinusöl eingeflößt, hatten ihn gepeitscht, während sein gepeinigter Körper sich im Krampf entleerte; sie hatten an ihm ihren Sadismus ausgetobt und hatten es monatelang so getrieben. (…) Er erzählte dies alles nun den Arbeitern der Saar; er war einer von ihnen, er roch nach dem Hunger, der auch sie quälte, er hatte die gierigen Augen, die ihre Kinder hatten, er hatte um die dünnen Lippen den Zug des Hasses. (…) Der Bursche wurde ihn seinen Ausführungen ziemlich deutlich; (…) er riss sich auch einmal in einem Versuch verzweifelter Werbung das Hemd von der Schulter und drehte sich um, so dass jeder im Saal das riesengroße Hakenkreuz sehen konnte, das ihm die Sturmtruppen der Nazis mit glühenden Zigaretten ins Fleisch gebrannt hatten. Sie trugen das Ecce homo nicht. Sie nahmen ihm übel, dass er so viel gelitten hatte, sie sprachen ihn schuldig, weil er ein Besiegter war. (…) Ich war in einer der Versammlungen, in denen der junge Mann sprach. Die Trockenheit seines Berichts erschütterte mich sehr, und ich war sicher, dass keiner in dem großen Saal jemals wieder der faschistischen Propaganda glauben würde, nachdem er diese faschistische Wirklichkeit gesehen hatte. Da kam von unten die Stimme, die ich nie vergessen werde: „Was zahlen dir denn die Franzosen für den Schwindel?“ Mir schien, als glühten die Wunden des Burschen auf, ich wartete, dass er sich in den Saal stürzen werde, um den Verleumder abzuwürgen. Und die Arbeiter, mit dem Kohlenstaub in den Poren der Haut wie ein Stigma ihrer Fron, mussten wie eine Welle zusammenschlagen und das Strafgericht vollenden helfen. Aber aus dem Saal kann ein Lachen, das mir jede Illusion nahm. Die Arbeiter glaubten dem Verleumder. Der Saal leerte sich bald. Dem hatte man es aber gegeben! Der war entlarvt! Der kam nicht wieder! Auf der Bühne stand der Bursche und hielt in schrecklicher Hilfslosigkeit sein Hemd in der Hand. Das Volk wollte unsere Wahrheit nicht. Wir kämpften gegen eine Hydra. Doktor Goebbels spekulierte auf simple Gefühle. „Nix wie hemm!“, sagte sein volkstümliches Plakat. Unsere Losung hatte einen lateinischen Namen: Status quo. Status quo von Arbeitern, die nur die Volksschule besucht hatten, Status quo von Bauern, die zum Teil nicht lesen konnten – war das nicht eine Falle, dieser Status quo, oder sogar eine soziale Erniedrigung?“ (Regler 1958. S. 304/305)
Dennoch glaubte auch Gustav Regler, dass die Abstimmung zugunsten des Erhalts des Status quo ausgehe, obwohl Frankreich, das als Reparationsleistung für die Verluste im Ersten Weltkrieg die Saargruben ausbeuten durfte, alles dafür tat, dass es dazu nicht kam:
„Ich gab den Selbstbetrug nicht so leicht auf. Ich hatte eine Theorie angenommen, die mir sagte, dass man auf die Arbeiterklasse rechnen könne, da sie die Trägerin jedes Fortschritts und jeder Revolution sei. Unsere Walddörfer waren voll von Bergarbeitern. (…) Seit dem Friedensvertrag von Versailles war der Beruf gefährlich geworden. Die Franzosen stützten die Stollen nur solange ab, wie Kohle gegraben wurden. Dann zog man die Pfähle heraus und ließ die Schächte verfallen. Paris sparte Holz, Paris trieb Raubbau. Es knisterte überall, Decken senkten sich über die staubverschmierten Männer, die Unsicherheit stieg um beträchtliche Grade. Dabei hatte sich nichts am Überwachungspersonal geändert die Franzosen hatten die gewalttätigsten Steiger beibehalten und ihnen neue gleicher Brutalität zugegeben. Der Steiger trieb an, schnauzte herum, berechnete die Loren nach Gutdünken, ließ sich mit Würsten bestechen, schlug auch einmal mit dem Meterstock einen Arbeiter ins Kreuz; es konnte ihm geschehen, dass der Arbeiter mit der Pickaxt zurückschlug. Das war schon zu Zeiten Wilhelm II. so. Im Dunkel der Grube war kein Systemwechsel entstanden; in den Hirnen der Arbeiter spiegelte sich die Welt wie vorher. Seit 1933 gab es eine kleine Änderung: Man sprach von Hitler auch unter Tag. Der Name wurde dem Steiger drohend ins Gesicht geschleudert. Es war gut, jemanden zu haben, mit dem man drohen konnte. Adolf Hitler war gerade dafür geschaffen.“ (Regler 1958. S.306/307)
Diese Erfahrung schilderte auch Paul Siegmann in seinen Aufzeichnungen. Die Stimmung war dafür nicht günstig:
„Freitag, 16. November 1934
Heute Morgen von halb sieben bis ein Uhr eine Werbefahrt für die „Saarländische Gewerkschaftszeitung“ begleitet, in die Dörfer des Bliestals, aus den Bauern und Bäuerinnen schlug uns eine ungeheure Haßweller entgegen, hier und da kam es zu Zusammenrottungen, ein Bild des Jammers: wir wollten diese Menschen aufklären und sie überschütteten uns mit Unflat und ordinärstem Geschrei; Opfer ihres eigenen schlechten Gewissens. Da ich in Hut und Mantel ruhig grüßend hinter den Verteilern herging, hielt man mich für einen amtlichen Beauftragten, hinfort benahm man sich zwar noch gehässig, doch zahmer, wir lachten darüber später…“
Lore Wolf zeigte sich hingegen angesichts der Kundgebung der Status-quo-Befürworter am 26. August 1934 in Sulzbach als zuversichtlich:
„Der Demonstrationszug war unübersehbar lang. Tausende marschierten. Alle waren hoffnungsfroh. Die Emigranten umarmten sich und glaubten an eine baldige Rückkehr in die Heimat.“ (…) Wir glaubten an unseren Erfolg: Hitler würde nicht an die Saar kommen, die Abstimmung würde den „Status quo“ erbringen.“ (Wolf 1973/1979. S. 53)
Die zwiespältige Haltung der Kommunisten zur bevorstehenden Entscheidung für oder gegen Deutschland
Der Schriftsteller Georg K. Glaser wurden 1910 in Guntersblum in der Pfalz geboren. Er begann mit 19 Jahren mit dem Schreiben, verfasste Romane und arbeitete für die kommunistische Presse als Gerichtsreporter. 1935 floh er nach einem Aufenthalt in Saarbrücken nach Paris. Dort arbeitete er als Kesselschmied, heiratete und wurde französischer Staatsbürger. Im Lauf der 1930er Jahre brach er nach den Schauprozessen in Moskau mit dem Kommunismus. Mittlerweile Franzose wurde Glaser bei Kriegsbeginn Soldat in der französischen Armee. Er wurde gefangen genommen und kam als Zwangsarbeiter nach Deutschland. Um 1943/44 floh er aus einem Straflager in Görlitz. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich und dem Kriegsende wollte er seinen Namen, den notwendig verborgen gehalten hatte, zurückerhalten. Es war ein Weg durch die Instanzen, der im Gefängnis endete. In den Nachkriegsjahren arbeitete er bei dem Automobilhersteller Renault am Band. In dieser Zeit entstand sein autobiographischer Bericht „Geheimnis und Gewalt“ (1951), der obwohl von der Kritik gelobt, Jahre brauchte, um die verdiente Aufmerksamkeit zu erlangen. Seit Ende der 1960er Jahre betrieb er mit seiner zweiten Ehefrau, die er nach dem Tod seiner ersten Frau geheiratet hatte, eine kleine Schmuckwerkstatt. Er verstarb 1995 in Paris. Auch er stellte, selbst unter den von den Nationalsozialisten ausgemachten Gegner Befürworter einer Rückkehr zu Deutschland fest:
„Ich konnte es kaum fassen, dass die freien Gewerkschaften keinen anderen Vorschlag zur Abstimmung machen wollten als den, für die Beibehaltung der Völkerbundregierung zu stimmen. Die Menschen standen zur Regierung Deutschlands, unter deren Fuchtel sie mit aller Kraft zurückstrebten wie ein Pferd zu seinem Bauern. Es ist ausgebeutet und unterdrückt. Aber es hat den Eindruck, Essen und Sicherheit gegen Folgsamkeit und Fleiß einzutauschen.“ (…) „Die Partei wollte klug sein; auf der ersten Seite ihrer Zeitung rief sie die klassenbewussten Arbeiter auf, für die Rückkehrs ins Reich zu stimmen, während die Spalten aller folgenden Seiten voll waren von Schilderungen über Misshandlungen und Morde im Reich. Und ein führender Genosse erklärte im Landrat: „Ich will lieber an einer deutschen Saar gehenkt werden, als einer welschen leben.“ (Glaser 1959/1969. S. 138)
Ungeachtet dessen stieg vor dem Abstimmungstermin noch einmal die Stimmung, dass ein Sieg der Status-quo-Befürworter gelingen könnte, wie die Aufzeichnungen Siegmanns vom 4. Dezember 1934 zeigten:
Dienstag, 4. Dezember 1934
Broschüre des Emigranten Imbusch gedruckt, Pfarrer Bungarten will für den Status quo eintreten, die katholische Wochenschrift „Das Reich“ ebenso, auch die gleichgeschaltete Landeszeitung will sich für den Status quo aussprechen. Die 40 Prozent für den Status quo scheinen so gut wie sicher zu sein, die großen Optimisten wagen schon an 50 Prozent zu denken, jedenfalls hat sich die Stimmung sehr gehoben, nachdem sie wochenlang ziemlich gedrückt war.“
Das Ergebnis der Abstimmung vom 13. Januar 1935 lautete jedoch unmissverständlich:
Für Deutschland: 90,8 Prozent: 477.119 Stimmen
Für den Status quo: 8,87 Prozent: 46.613 Stimmen
Für Frankreich: 0,44 Prozent: 2.124 Stimmen
Ungültig: 905 Stimmen
(Zenner 1965/1966. S. 316)
Der Treffpunkt der Auslandpresse: Das Hotel Excelsior am Ende der Bahnhofstraße
Die englische Journalistin Shiela Grant-Duff (1913-2004) kam als Korrespondentin für die englische Tageszeitung „The Observer“ nach Saarbrücken und berichtete über die Abstimmung. Darüber berichtete sie in ihrem Buch „Fünf Jahre bis zum Krieg. Eine Engländerin im Widerstand gegen Hitler“ aus dem Jahr 1978. Als Außenstehende war sie auf Informationen Dritter angewiesen, so dass sie die Haltung der Saarländerinnen und Saarländer im Hinblick auf das Ergebnis der Abstimmung zu optimistisch einschätzte, indem sie ein Potential an Widerstandskraft unter der Bevölkerung vermutete, das Siegmann und Regler weitaus realistischer einschätzten:
„Unter normalen Umständen hätte die Stärke des Nationalgefühls im deutsch-französischen Verhältnis jeden Zweifel ausgeschlossen, dass die Saarländer für ihre nationalen und nicht für ihre recht privilegierten wirtschaftlichen Interessen stimmen würden. Aber jetzt war ja Hitler in Deutschland an der Macht. Das Saargebiet ist überwiegend römisch-katholisch, und damals hieß es, der Sozialismus habe unter den kämpferischen Bergleuten des Saargebiets eine starke Anhängerschaft. Diesen Kräften trat nun auch noch eine erhebliche Streitmacht von Hitler-Gegnern zur Seite, die den Gefängnissen und Konzentrationslagern des Dritten Reiches entgangen waren. Unter dem Banner einer Einheitsfront tobte ein heftiger Wahlkampf, in dem die Saarländer überredet werden sollten, ihre Ablehnung des Nationalsozialismus durch eine Stimmabgabe für die Fortsetzung des Status quo kundzutun, bis Deutschland wieder ein freies Land wäre. Hätten sie dies getan, so wäre Hitlers Ansehen ernsthaft erschüttert worden. Die Lage war daher überaus gespannt.“ (Grant-Duff 1978. S. 86)
Wenn gleich auch ihr die prodeutsche Stimmung im Land bekannt war und ein „Nein“ gegen den Anschluss als taktisches Vorgehen betrachtete:
„Der Ausgang der Wahl stand schon längst fest, aber die Nazigegner unter den Deutschen waren eisern entschlossen, den Stimmenanteil gegen Hitler so stark zu vergrößern wie nur irgend möglich. Die Saarländer hatten durch eine Stimmabgabe für die Fortsetzung des Status quo kaum etwas zu verlieren, aber für Hitler wäre es ein verheerender Schlag ins Gesicht gewesen. (…) Ich hatte die Nazis noch nie in Aktion gesehen und war entsetzt. Der Terror war zwar gedämpft durch das Uniform-, Armbinden- und Fahnenverbot sowie die Anwesenheit vieler ausländischer Beobachter, aber trotzdem machte sich dieser Terror Tag und Nacht bemerkbar. Häufig kamen von den Nazis zusammengeschlagene Menschen noch blutend zum Hotel der Auslandspresse.“ (Grant-Duff 1978. S. 89/90)
Die Tage vor der Abstimmung am 13. Januar 1935 aus der Sicht Paul Siegmanns
Paul Siegmann zeichnete in seinen Einträgen vor dem 13. Januar 1935 ein düsteres Bild:
Donnerstag, 10. Januar 1935
…um die Mittagszeit kam Konrad Heiden, ich unterhielt mich lange mit ihm, er äußerte die Absicht, nach der Abstimmung in die Schweiz oder nach Paris zu gehen und dort ein neues politisches Buch zu schreiben; er hielt die Saarländer nicht für berufen, ein neues politisches Buch zu schreiben; er hielt die Saarländer nicht für berufen, eine neue sozialistische Bewegung zu schaffen, das ist auch meine Meinung, darüber hinaus bin ich der Ansicht, etwas Neues kann nur unter Druck der Verhältnisse in Deutschland entstehen…“

Die Stimmung am Tag der Abstimmung über die Zugehörigkeit des Saargebietes am 13. Januar 1935 war eindeutig national Quelle: SaarLA_F02-057-189
Freitag, 11. Januar 1935
(…) Mit dem Freitag hat sich der Terror der „Deutschen Front“ noch verstärkt, zwar sind die Ansammlungen am Hauptbahnhof unterbunden worden, doch die Plakatsäulen der „Freiheits-Front“ werden schon nach kurzer Zeit zerstört, unsere Werber mit dem Tode bedroht; der nazistische „Ordnungsdienst“ beherrscht, die Werber mit dem Tode bedroht; der nazistische „Ordnungsdienst“ beherrscht die Straße. Heute morgen war ich mit englischen und Schweizer Journalisten über Land gefahren, in Kirkel sämtliche Straßen mit Tannenbäumen und Girlanden mit weißen Bändern geschmückt, die Fenster mit Tannengrün eingerahmt, die Werber für den Status quo dürfen sich nirgends sehen lassen, dagegen im Dorf nebenan, in Rohrbach, nichts von derartigem Treiben.
Am Tag der Abstimmung am 13. Januar 1935 und die Folgen für die Geflüchteten
Auch Gustav Regler war sich darüber im Klaren, was nach der Abstimmung vom 13. Januar 1935 folgte. Für ihn bedeutete es, weiter nach Westen zu fliehen:
„Ich ging hinter den Vorhang und setzte mein Kreuz in den Kreis, der die Heimat vor den Organisatoren eines neuen Weltkriegs bewahren sollte. Ich wusste, dass ich mein Verbannungsdekret unterschrieb und dass die Nazis mich morgen einen Landflüchtigen nennen würden.“ (Regler 1958. S. 308)
Doch unter denjenigen, die für den Erhalt des Status quo im Saargebiet gekämpft hatten, hofften dennoch weiterhin auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus unter den Arbeitern:
„Am Morgen, als im Wirtshaus „Der Stiefel“ die Nachricht aus dem Radio kam, dass 85 Prozent der Saarbevölkerung für die Rückkehr zum Reich gestimmt hatten, warf sich ein Mädchen aus dem engeren Stab der Propagandisten in einem erschütternden Anfall von Verzweiflung über den runden Biertisch, an dem sie saß, und schrie, mit dem Gesicht auf der Tischplatte: „Wem soll man dann noch glauben?“ Keiner wagte, sie hochzuheben und zu trösten. Sie war aus dem Reich entflohen, als man ihren Mann verhaftet hatte. Sie hatten Tag und Nacht für den Status quo gearbeitet; (…) Nach vielen Versammlungen – sie muss mindestens hundert geleitet haben – gab es für sie keinen Zweifel mehr, dass die Arbeiter den Nazis eine ungeheure Ohrfeige geben würden. Sie sah den Sieg voraus, schwärmte davon, dass Hitler die Schmach nicht ertragen und ins Saarland einmarschieren würde; dann aber sollte er die Arbeiter auf den Barrikaden finden; jedes Haus sollte er einzeln nehmen müssen; keine Grube sollte ihm für seine Rüstung in die Hände fallen; die französischen Arbeiter worden von Forbach herbeieilen und Munition bringen. So sprach sie und war nun Opfer ihrer eigenen Propaganda; …“ (Regler 1958. S. 310)
Doch Reglers Fazit lautet anders:
„…der Saarkampf wurde entschieden in den Bergwerken der Franzosen, im bischöflichen Palast von Trier und in den Herzen der einfachen Bevölkerung, die gerne zur Heimat zurückkehrte und übersehen musste, dass sie sich in die Wolfshöhle begab.“ (Regler 1958. S. 520)
Das Ergebnis der Abstimmung war das Signal zu einer weiteren Flucht für diejenigen, die 1933 ins Saargebiet geflohen waren. Lore Wolf berichtete von den Umständen:
„Es blieb nicht viel Zeit, die Emigranten vor der Gestapo zu retten. Einige Nazis waren bereits vor der Abstimmung ins Saarland geschleust worden und überwachten alle Geschehnisse.“ (…) In der Hilfsstation in Saarbrücken, die Permits zum Überschreiten der Grenze ausgab, herrschte Chaos“ (…) Die deutschen politischen Emigranten ging nach und nach über die Grenze nach Forbach und dort weiter nach Paris. Andere wurden von den Franzosen nach Straßburg, Saargemünd oder in Lager gebracht, in denen furchtbare Zustände herrschten. Hunger, Schmutz und Krankheit waren bald nicht mehr auszuhalten.“ (Wolf 1973/1979. S. 54-55)

Nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses flohen viele Gegner der Nationalsozialisten, die nach 1933 ins freie Saargebiet gekommen waren, weiter nach Frankreich. Dazu nutzten sie den Grenzübergang in Saargemünd. Foto: Saarländisches Landesarchiv
Lore Wolf zerstörte mit einem Genossen die Mitgliederkartei im Büro der „Roten Hilfe“ und die Spendennachweise durch Verbrennen. Danach Flucht durch die Friedhofsmauer nach Forbach, der jedoch vereitelt wurde, da die offizielle Grenze geschlossen worden war und die Geflüchteten nach Saarbrücken zurückgehen mussten:
„Hochschwangere Frauen waren darunter. Einige versuchten, sich die Pulsadern aufzuschneiden, andere hockten auf ihren Koffern und weinten. Viele ließen ihre Habseligkeiten auf der Landstraße liegen und versuchten, über die Grenze zurückzudrängen. Aber ein Zurück gab es nicht mehr. Die Franzosen hatten die Grenze geschlossen. (…) Noch am gleichen Abend und die ganze Nacht hindurch brachten wir Flüchtlinge in kleinen Gruppen über die Grenze nach Forbach. Spät in der Nacht konnte auch in ein Loch in der Friedhofsmauer ins zweite Emigrationsland nach Frankreich schlüpfen.“ (Wolf 1973/1979. S. 55)
Paul Siegmann schilderte ebenfalls die Lage nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses am 15. Januar 1935 unter den Status quo-Befürwortern:
Freitag, 18. Januar 1935
(…) Am Mittwoch zuerst im Hause Brauerstraße, eine furchtbare Panikstimmung hatte die Menschen erfasst, die Büros in schlimmen chaotischen Zuständen verlassen, das ganze Material lag offen umher, verräterisch für viele verhängnisvoll, und nun erfuhren wir, dass die größten „Helden“ ausgerissen waren, bevor sich auch nur das Geringste ereignet hatte, allen voran Karl Höltermann, er soll schon vor der endgültigen Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses im Zuge nach Forbach gesessen haben; (…) Damit nicht genug, vor dem französischen Konsulat am Trillerweg stauten sich Hunderte, die so schnell wie möglich über die Grenze wollten. Viele Flüchtlinge stammten vom flachen Lande, wo sie das Allerschlimmste durch den Terror der andern zu befürchten hatten; die meisten aber, darunter die kläglichste Sorte, waren von regelrechter Angstpsychose ergriffen, wollten flüchten das Flüchtens wegen… (…) Nachmittags traf ich Käthe Schmitz, eine frühere Freundin, (…) während ich mit ihr sprach, kam Ernst Braun, den wir alle schon jenseits der Grenze vermuteten, er unterrichtete mich über die Möglichkeit der Emigration, Reichsdeutsche und Saarländer in Forbach und Saargemünd in Lagern zusammengefasst und später nach Frankreich weitertransportiert. (…)“
Dienstag, 22. Januar 1935
…in Forbach großer Betrieb, heute ging wieder ein Transport von etwas siebenhundert Flüchtlingen nach Toulouse ab. (…) Morgen fahre ich selber nach Forbach, habe das Visum beantragt, musste dabei über die „Status-quo-Treppe“ zum französischen Konsulat am Trillerweg gehen.“
Mittwoch, 23. Januar 1935
…Nun kam ich an einen poweren Laden, der Schaukasten mit Pappe zugestellt, davor nichts als das Wörtchen „Büro“, die Türe stand halb auf, ich trat ein, vor einem Tisch saßen vier, fünf Männer in gedrückter Stimmung: Sie hatten mit der Ausweisung durch die französischen Behörden zu rechnen, weil die Emigrationsgründe nicht ausreichten und die Franzosen strenger siebten. Hinter dem Ladentisch stand Johanna Kirchner, jammerte in ihrer Art über viel „Arbeit“, wir frozzelten mir kam alles erbärmlich vor.“
Wilhelm Sollmanns Fazit in der Darstellung von Siegmann war nicht unähnlich dem von Arthur Koestler
Freitag, 25. Januar 1935
(…) Sollmann sprach verächtlich von den Strategen im Hotel „Union“ und deren Bemühen, die vernichtende Niederlage an der Saar nicht in ihrer ganzen Größe und internationalen Bedeutung anerkennen zu wollen, behauptete, nichts anderes erwartet zu haben, weil eine solche Bewegung dazu noch gegen das Vaterland nicht siegen konnte. (…) Beyer sagte: „Bisher wurde unser Kampf an der Saar so dargestellt, als seien wir die Vorhut der internationalen Arbeiterschaft gegen den Faschismus, in Wahrheit wurde jedoch an der Saar die Nachhut der antifaschistischen Bewegung bis auf den letzten Mann aufgerieben.“

Die Bahnhofstraße Saarbrücken im Jahr 1935. Die Pension Juchacz befand sich auf der linken Seite in Höhe der Litfasssäule. Quelle. Saarländisches Landesarchiv
Literatur
- Bertolt Brecht. Briefe. Hg. von Günter Glaeser. Frankfurt/Main 1981, Band 1, S. 229
- Paul Burgard: Paul Siegmann. Politik wider Willen und Schreiben, das Leiden schafft: Der 13. Januar Die Saar im Brennpunkt der Geschichte. Hg von Ludwig Linsmayer. Saarbrücken 2005. S. 278-289.
- Georg K. Glaser: Geheimnis und Gewalt. Ein Bericht. Köln 1959 (1969).
- Shiela Grant-Duff: Fünf Jahre bis zum Krieg. Eine Engländerin im Widerstand gegen Hitler. München 1978.
- Arthur Koestler: Die Geheimschrift. Bericht eines Lebens 1932 bis 1940. München 1955.
- Gustav Regler: Das Ohr des Malchus. Eine Lebensgeschichte. Köln 1958.
- Karl Retzlaw: Spartakus. Aufstieg und Niedergang. Erinnerungen eines Parteiarbeiters. Frankfurt 1972.
- Paul Siegmann: Vor vierzig Jahren. Der Kampf um den 13. Januar 1935. In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 12 (1974), S. 224-325.
- Peter Seibert, „Dann werden das Blatt wir wenden…“ Verbannte Autoren im Kampf um die Saar. In: Saarländische Geschichte. Eine Anthologie. Hg von Richard van Dülmen. 1995, S. 289-299.
- Lore Wolf: Ein Leben ist viel zu wenig. Bericht. Berlin 1973, 2. Auflage 1979.
- Maria Zenner: Parteien und Politik im Saargebiet unter dem Völkerbundsregime 1920-1935. Dissertation Köln 1965, erschienen Saarbrücken 1966, S. 316